Fußball International
Daum löst seinen Vertrag bei Fenerbahce auf

Aus gesundheitlichen Gründen ist Christoph Daum als Trainer von Fenerbahce Istanbul zurückgetreten. Der 52-Jährige wird sich in den kommenden Tagen in München einer Hüftoperation unterziehen.

Trainer Christoph Daum ist beim türkischen Vizemeister Fenerbahce Istanbul aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Der 52 Jahre alte Fußballlehrer stellte jedoch klar, dass die Auflösung seines Vertrages nicht mit der in letzter Sekunde verpassten Meisterschaft in Zusammenhang stehe: "Dieser Schritt wäre auch erfolgt, wenn wir den Titel gewonnen hätten." Von Vereinsseite gab es bisher keine Reaktion.

"Ich liebe Fenerbahce, und ich liebe die Türkei"

Daum hat bei Fenerbahce eigentlich noch einen Vertrag bis 2007. "Ich liebe Fenerbahce, und ich liebe die Türkei. Sie ist zu meiner zweiten Heimat geworden und wird es auch immer bleiben", sagte der 52-Jährige tief bewegt: "Ich hätte meinen Vertrag gerne erfüllt. Aber es geht einfach nicht. Doch wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich gerne wieder in der Türkei arbeiten."

Daum wird sich am Freitag in München einer Hüftoperation unterziehen. Möglicherweise bekommt er sogar eine künstliche Hüfte eingesetzt und wäre somit für einige Wochen außer Gefecht gesetzt. "Ich weiß einfach nicht, wie lange die Genesung dauert. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Fenerbahce es sich erlauben kann, dass ich lange ausfalle", sagte Daum. Die Schmerzen plagen den Fußball-Lehrer bereits seit Jahren. Schon bei seinem Kokain-Geständnis 2001 hatte Daum angegeben, er habe zur Droge gegriffen, um seine Schmerzen durch eine Hüft-Arthrose zu lindern.

Zu hohe Erwartungen bei Fenerbahce

Neben den gesundheitlichen Problemen hatte sich der ehemalige Bundesligatrainer vom 1. FC Köln, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen zuletzt auch über die offenbar unrealisierbar hohen Erwartungen der Klub-Führung geärgert. Diese hatte in absehbarer Zeit den Gewinn der Champions League angepeilt. Daum kann sich jedoch kaum vorstellen, mit den vorhandenen Mitteln den Kader so zu verstärken, dass sein Team im kommenden Jahr in der "Königsklasse" mithalten kann: "Wir dürfen nach türkischem Reglement nur sechs Ausländer verpflichten. Unter den Gegebenheiten sind wir in Europa so nicht wettbewerbsfähig."

Allerdings bestritt der Coach, dass er bei einem Treffen mit einer türkischen Zeitung erzählt habe, dass Präsident Aziz Yildirim Spieler ausspioniere. "So einen Präsidenten kann sich jeder Verein nur wünschen. Für mich ist Yildirim eine Legende", sagte Daum, der gegen die Berichterstattung aber nicht vorgehen will: "Wenn ich bei jedem falschen Bericht in den türkischen Zeitungen eine Richtigstellung schicken würde, hätte ich nichts mehr anderes zu tun."

Prominente Nachfolger im Gespräch

Bei Fenerbahce lief die Suche nach einem Nachfolger bereits auf Hochtouren. Angeblich soll der Klub bereits am Montagabend Kontakt zu Portugals Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari sowie Mircea Lucescu aufgenommen haben. Der Rumäne Lucescu, der derzeit Schachtjor Donezk trainiert, führte in der Türkei bereits Fenerbahces Stadtrivalen Galatasaray und Besiktas zum Gewinn der Meisterschaft. "Wenn Fenerbahce mich will, werde ich da hingehen", soll Lucescu im rumänischen Radio gesagt und versprochen haben: "Mit Daum hatte der Vereine große Erfolge. Aber mit mir würde Fenerbahce auch in Europa blühen."

© SID

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