Fußball International: Die "Königlichen" können richtig Kasse machen

Fußball International
Die "Königlichen" können richtig Kasse machen

Der Sportwetten-Anbieter bwin will in den nächsten fünf Jahren rund 100 Mill. Euro in Spaniens Rekordmeister Real Madrid investieren. Gleichzeitig fährt das Unternehmen sein Engagement in Deutschland zurück.

Real Madrid kann sich wohl auf einen warmen Geldregen freuen. Laut des spanischen Wirtschaftsblattes El Economista soll Spaniens Rekordmeister ein Angebot der bwin-Gruppe als Trikotsponsor für fünf Jahre über 100 Mill. Euro vorliegen. Der private Sportwetten-Anbieter, der international bereits unter anderem Partner des AC Mailand und des FC Barcelona ist, hatte Ende vergangenen Jahres einen weitgehenden Rückzug als Förderer auf dem deutschen Markt angekündigt. Offenbar möchte das Unternehmen sein finanzielles Engagement außerhalb Deutschlands verstärken.

Wilfried Straub, Wettbeauftragter des DFB und der DFL: "Wenn die Meldungen zutreffen, unterstreichen sie nur noch einmal, dass Deutschland zur Vermeidung weiterer Wettbewerbsnachteile im Sport im Wettbereich nicht an einem Monopol festhalten kann, sondern sich dem Markt, gerade durch die Herausforderung der virtuellen Welten, durch ein Konzessionsmodell öffnen muss."

Staatliches Wettmonopol in Deutschland bis 2011

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten im Dezember 2006 das staatliche Monopol für Glücksspiele und Sportwetten bis Ende 2011 festgeschrieben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatten eine Teilliberalisierung gefordert.

bwin-Direktor Jörg Wacker sagte auf sid-Anfrage: "Die Spekulationen, dass bwin neuer Sponsor von Real Madrid wird, werde ich nicht kommentieren. Zutreffend ist allerdings, dass wir in Deutschland auf Grund der rechtlichen Situation und der aggressiven Vorgehensweise der Politik und Gerichte unser Marketing-Budget im Vergleich zum Vorjahr um knapp 40 Mill. Euro reduziert haben. Der Marketingetat betrug im Jahr 2006 rund 64 Mill. Euro. Unter anderen Rahmenbedingungen hätten wir den Etat in Deutschland 2007 noch einmal deutlich erhöht."

Wettanbieter glaubt an Liberalisierung des Marktes

Der private Wettanbieter glaubt trotz des Beschlusses der Ministerpräsidenten-Konferenz weiter an eine Liberalisierung des Marktes. Man setze die Hoffnungen unter anderem auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes im Placanica-Fall, die im ersten Quartal 2007 erwartet wird. Dort gehe es darum, privaten Wettanbietern nicht die Dienstleistungs- und Niederlassungs-Freiheit zu nehmen.

Manfred Müller, Mitglied der Geschäftsführung beim Bundesliga-Tabellenzweiten Werder Bremen: "Dass in Spanien etwas erlaubt sein soll, was in Deutschland angeblich gegen geltendes Recht verstößt, hat mit der Idee eines europaweiten Marktes nichts mehr zu tun." Wettanbieter bwin ist Hauptsponsor von Werder.

© SID

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