Fußball International
Duell der WM-Versager mit neuen Gesichtern

Wenn die WM-Versager England und Frankreich heute in Wembley aufeinandertreffen, erinnern nur noch wenige Gesichter an die Schmach von Südafrika. Beide Teams setzen auf die Jugend.

Das Duell der WM-Versager als Chance für den Neubeginn: Wenn sich die tief gefallenen Ex-Weltmeister England und Frankreich am heutigen Mittwoch im Londoner Wembley-Stadion gegenüberstehen, werden nur noch wenige Gesichter an die Schmach der Titelkämpfe in Südafrika erinnern. Sowohl der stark in der Kritik stehende englische Coach Fabio Capello als auch der neue französische Trainer Laurent Blanc setzen ganz nach deutschem Vorbild auf junge Spieler.

"Wie schon in der Zeit vor dem England-Spiel werden wir auch danach unseren Erneuerungsprozesss fortführen", sagte Blanc, in dessen Kader lediglich zehn WM-Teilnehmer stehen. Der Coach hofft darauf, dass die runderneuerte Equipe Tricolore nach einem Jahr voller Frust und Skandalen ihren Aufwärtstrend, den sie zuletzt in der EM-Qualifikation gezeigt hat, im Prestigeduell auf der Insel fortsetzen kann.

"Im diesem Spiel können einige Spielern den Beweis antreten, dass sie zurecht in die Mannschaft gehören", erklärte Blanc, dessen Team nach einem schwachen Start die Führung in der Qualifikationsgruppe F übernommen hat. Die nach oben zeigende Formkurve allein reicht allerdings noch nicht aus, um das blamable Vorrunden-Aus und das skandalöse Auftreten des Teams bei der WM wiedergutzumachen. Deshalb hatten die Spieler zuletzt angekündigt, die von Sponsoren gezahlten WM-Prämien für einen guten Zweck spenden zu wollen.

Capello nominiert 28 Jahre alten Zweitligaprofi

Für Blanc selbst ist die Endrunde in Südafrika bereits so weit weg, dass er sogar eine Rückkehr von "WM-Buhmann" Nicolas Anelka ins Gespräch brachte. Der nach wie vor gesperrte Stürmer des FC Chelsea ist aktuell aber noch kein Thema für die Nationalmannschaft. Genau wie der zweite WM-Unruhestifter Franck Ribery. Da der Superstar von Bayern München erst am Sonntag sein Comeback nach langer Verletzungspause gefeiert hat, ist er nicht mit von der Partie.

Noch mehr Stars fehlen auf Seiten der Engländer, die nach wie vor unter dem 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Deutschland leiden. Da Wayne Rooney, John Terry, Ashley Cole und Jermain Defoe nicht auflaufen können, hat Capello vier Neulinge nominiert. Drei sind erst 20 Jahre alt. Der Coach will die Talente mit großer Sorgfalt integrieren.

"Man muss vorsichtig mit den jungen Spielern umgehen und sie in ein Team mit vielen Routiniers einbauen", erklärte Capello: "Wenn sie in einem Spiel gegen einen guten Gegner schlecht spielen, kann es ihnen schaden." Die Nominierung des bereits 28 Jahre alten Neulings Jay Bothroyd vom Zweitligisten Cardiff City zeigt aber auch, wie stark Capello unter dem hohen Ausländeranteil in der Premier League leidet.

Iberisches Bruderduell

Große Erwartungen haben die Fans vor dem iberischen Duell zwischen Portugal und Weltmeister Spanien. Die Portugiesen wollen sich für das 0:1 im WM-Achtelfinale revanchieren. Für beide Länder geht es aber auch darum, ihrer gemeinsamen Bewerbung für die WM-Ausrichtung 2018 Nachdruck zu verleihen.

Mit Nachdruck will auch der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus darauf hinweisen, dass seine Berufung zum bulgarischen Nationaltrainer keine Fehlentscheidung war. Matthäus tritt mit seinem Team gegen Serbien an.

Noch wichtiger als für Matthäus ist das Spiel für den türkischen Trainer Guus Hiddink in seiner Heimat Niederlande. Durch das 0:1 des deutschen Qualifikations-Gegners gegen Aserbaidschan steht der Coach mächtig unter Druck. Aus der Patsche soll Hiddink auch Mehmet Ekici helfen. Der frühere deutsche U21-Nationalspieler vom 1. FC Nürnberg steht erstmals im türkischen Kader.

© SID

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