Fußball International
Europas Fußball-Prominenz testet für den Ernstfall

Während in einigen Gruppen der EM-Qualifikation heute das Leder rollt, übt Europas Fußball-Konkurrenz für den Ernstfall. Die Niederlande treffen auf EM-Gastgeber Schweiz, Weltmeister Italien reist nach Ungarn.

Die "Neverending Story" hat nun doch noch ein versöhnliches Ende gefunden: Ein Jahr nach seiner Ausmusterung zieht Stürmerstar Ruud van Nistelrooy wieder das Oranje-Trikot über. Das Comeback des 31-Jährigen in der niederländischen Nationalmannschaft ist die wichtigste Personalie bei den zahlreichen Länderspielen am heutigen Mittwoch, in denen die EM-Kandidaten ihre Form für die Qualifikation testen.

"Ich habe die Spiele der Elftal im Fernsehen verfolgt. Bei jedem Spiel habe ich gedacht, ich müsste eigentlich da auf dem Platz stehen", sagte van Nistelrooy vor dem Test in Genf gegen den EM-Gastgeber Schweiz. Dass der Stürmer von Real Madrid zwölf Monate lang nur Zuschauer war, hatte er sich auch selbst zuzuschreiben.

Nachdem ihn Bondscoach Marco van Basten nach Streitigkeiten während der WM in Deutschland anschließend ausgemustert hatte, zog sich van Nistelrooy in den Schmollwinkel zurück. Als der Trainer ihn zurückholen wollte, gab der Stürmer ihm einen Korb. Erst im vergangenen Mai räumten die Streithähne ihre Differenzen aus und machten den Weg für das Comeback frei.

Bondscoach Marco van Basten fordert Tore

"Ruud muss das tun, worin er gut ist. Er muss Tore schießen", forderte van Basten unmissverständlich von dem Rückkehrer, der bislang auf die stolze Ausbeute von 28 Treffern in 54 Länderspielen verweisen kann. "Ich treffe mindestens in jedem zweiten Spiel, das ist kein schlechter Schnitt", rechnete van Nistelrooy vor.

Dem Spiel in der Schweiz sollen noch viele folgen. "Ich fand es noch viel zu früh, international aufzuhören", sagte er und kündigte an: "Ich will noch viel erreichen. Ich will in Oranje genauso gut spielen wie letztes Jahr bei Real." Den Königlichen verhalf der Niederländer mit 25 Toren zum Titel. Einen kleinen Seitenhieb auf van Basten konnte er sich aber doch nicht verkneifen: "Glücklicherweise hat auch der Bondscoach gemerkt, dass ich zu früh abgeschrieben worden bin."

Keine Chance für Raul

Keine Rückkehr gibt es indes für van Nistelrooys Real-Kollegen Raul. Der langjährige Kapitän der spanischen Nationalmannschaft fand auch zum Saisonauftakt der Seleccion in Griechenland keine Berücksichtigung. Trainer Luis Aragones verzichtete erneut auf den spanischen Rekordtorschützen, obwohl viele Beobachter noch mit einem Comeback spekuliert hatten. "Ich nehme die Besten mit", begründete Aragones seine Entscheidung. Raul, der in 100 Länderspielen 44 Tore erzielte, zählt offensichtlich nicht mehr dazu.

Auf große Namen verzichten muss Italiens Coach Roberto Donadoni. Allerdings stören ihn die Rücktritte der Stars Francesco Totti und Alessandro Nesta wenig. "Sie haben der Nationalmannschaft viel gegeben, jetzt müssen andere ihre Arbeit fortsetzen", sagte der Trainer des Weltmeisters vor dem Spiel in Ungarn: "Ich blicke nach vorne und bin mit den Spielern zufrieden, die mir zur Verfügung stehen."

Allerdings musste er hart darum kämpfen, dass sie ihm auch wirklich zur Verfügung stehen. Die Topklubs AC Mailand, Inter Mailand und AS Rom wollten ihre Stars zunächst nicht abstellen. "Ich begreife es nicht: Man spricht so viel über Spieler, die die Nationalmannschaft verlassen, und dann will man andere, die mit Enthusiasmus mitmachen wollen, daran hindern, an den Länderspielen teilzunehmen", kritisierte Donadoni im Interview mit der italienischen Sporttageszeitung Tuttosport.

© SID

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