Fußball International
Fifa-Präsident Blatter feiert 70. Geburtstag

Am 10. März 1936 wurde Joseph S. Blatter in der Schweiz geboren. 70 Jahre später ist der Schweizer einer der wichtigsten Männer im Weltfußball. Am heutigen Freitag feiert der Jubilar seinen 70. Geburtstag.

Heute feiert Fifa-Präsident Joseph S. Blatter seinen 70. Geburtstag. Immer noch sprüht der Jubilar nur so vor Tatendrang und will in den nächsten Jahren noch einiges bewegen. Blatter - man darf das so sagen - ist ein Machtmensch, und er ist eitel. Das "S." in seinem Namen steht schlichtweg für "Sepp", die bayerische Variante des Joseph. Aber der doppelte Joseph erinnert irgendwie an John F. Kennedy, und solche Machtparallelen gefallen dem Fifa-Boss. Immerhin hält er den Fußball-Weltverband für mächtiger als die katholische Kirche, denn Weltreligionen gebe es viele, hat er geäußert, die Fifa aber nur einmal.

Personell hat Blatter sein Haus bestellt. Aber inhaltlich, da bleiben noch einige Baustellen. Die Verfälschung der Wettbewerbe durch Milliardäre wie Roman Abramowitsch, Eigner des englischen Meisters FC Chelsea, beispielsweise. Der Kindertransfer aus Afrika nach Europa. Der Rassismus. Das Ansinnen der Klubs, für die Abstellungen ihrer Spieler zur Nationalmannschaft zu bezahlen. Der Streit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. Technische Hilfsmittel für die Schiedsrichter. Die Zahl der Ausländer in einer Mannschaft. Die Auseinandersetzung mit der Politik um die Eigenständigkeit des Sports.

Lebenswerk noch nicht erfüllt

So einer, der sein Lebenswerk noch nicht erfüllt sieht, kann nicht 2007 mit dann 71 schon in Rente gehen - zumal sich Blatter, gerade von einem beim Tennisspiel erlittenen Anriss der Achillessehne genesen, nach eigenem Bekunden viel jünger fühlt.

Am 10. März 1936 in Visp im Wallis geboren, studierte Blatter neben Volkswirtschaft auch Public Relations an der Universität von Lausanne. Er begann seine Karriere als PR-Verantwortlicher für den Tourismus-Verband des Wallis. 1975 wurde Blatter, der als aktiver Fußballer von 1948 bis 1971 in der höchsten Amateurklasse der Schweiz gespielt hatte, Technischer Direktor der Fifa. 1981 stieg er zum Generalsekretär auf.

"Entweder gehe ich - oder ich bleibe"

Fifa-Präsident wurde er 1998 bei der legendären Wahl in Paris, als sein Gegenkandidat, Uefa-Präsident Lennart Johansson, nach dem ersten Wahlgang resigniert das Handtuch warf und den Delegierten vorschlug: "Lasst uns Mittagessen gehen!". Blatter erinnert sich: "Ende 1997, Anfang 1998 sagten einige: Jetzt ist der Präsident Joao Havelange weg, der unbequeme Generalsekretär muss auch weg. Da gab es nur eine Lösung: Entweder gehe ich - oder ich bleibe."

2002 bei der Wiederwahl in Seoul schmetterte er seinen afrikanischen Herausforderer Issa Hayatou aus Kamerun mit 139:56 ab.

Ein Freund der Deutschen ist Blatter nicht. Bevor Deutschland im Jahr 2000 den Zuschlag zur Ausrichtung der WM 2006 bekam, bekundete der Eidgenosse unverhohlen seine Sympathie für die Bewerbung Südafrikas - die dann für 2010 ja auch funktionierte. Die unlängst geäußerte Kritik am Ticket-System für die WM-2006 und die optimistischen Erwartungen in Deutschland waren eine Ohrfeige für das deutsche WM-Organisationskomitee und Präsident Franz Beckenbauer.

Das hauseigene Magazin Fifa-Magazin widmet dem Jubilar zum Geburtstag den Spruch des altgriechischen Schriftstellers Pindar: "Es sei Dir noch lange gegönnt, auf solchen Höhen zu wandeln." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

© SID

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