Fußball International
"G14" will vorest keine eigene Liga

Als Reaktion auf die heftigen Angriffe von Fifa und Uefa ist die "G14" von dem Ziel abgerückt, eine eigene Liga zu installieren. Der Uefa reicht dies aber noch lange nicht, der nächste Konflikt scheint vorprogrammiert.

Die "G14" hat nach den jüngsten Angriffen durch Fifa und Uefa ihre Taktik geändert und ist auf Schmusekurs zu den Verbänden gegangen. Die Interessensvertretung der 18 einflussreichsten Vereine in Europa ist vorerst von einem ihrer ehrgeizigsten Projekte abgerückt: der Installation einer eigenen Liga. Nachdem die 52 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union auf ihrem Kongress in Budapest mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution eine ganze Reihe von "G14"-Vorhaben torpediert hatten, ruderte deren Generalsekretär Thomas Kurth zurück: "Es gibt keine Pläne für so etwas in absehbarer Zukunft."

Die früher selten auf einer Linie liegenden Verbands-Bosse Lennart Johansson (Uefa) und Sepp Blatter (Fifa) hatten am Donnerstag Seite an Seite aus allen Rohren gegen die Vertretung der Top-Klubs geschossen. "Mit welchem Recht dürfen zum Beispiel Mitglieder einer kleinen Gruppe von Vereinen die fundamentalen Prinzipien der Demokratie in Frage stellen, indem sie sich pompös zur Stimme der Klubs ausrufen?", sagte Johansson, und Blatter stellte fest: "Die wunderbare Pyramide des Fußballs droht zusammenzustürzen wegen des elitären Benehmens einiger. Ist das Respekt? Ich denke, es ist ungerecht."

Uefa-Generaldirektor Olsson geht zum Gegenangriff über

Ganz ohne Konfrontation kommt aber die "G14" nicht aus. Kurth: "Wenn wir uns abspalten wollten, würden wir es einfach tun und nicht diese ganzen Diskussionen führen. Wir wollen keine eingezäunte Liga." Der Uefa reichen diese Aussagen allerdings noch lange nicht aus. Der Feldzug des Verbandes gegen die "G14" ist mit der Verabschiedung der Resolution offenbar noch lange nicht beendet. Uefa-Generaldirektor Lars-Christer Olsson bestätigte Pläne, nach denen sich die an europäischen Wettbewerben teilnehmenden Klubs künftig schriftlich zu den "Prinzipien der Statuten von Uefa und Fifa" bekennen müssten. Sollte dies nicht geschehen, drohe der Ausschluss aus dem Wettbewerb.

Zumindest ein Strategiepapier der "G14", zu der auch die Bundesligisten Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen gehören, rechtfertigt die harte Linie der Uefa. Die wichtigsten Profiklubs sollten sich eine Zukunftsoption bewahren und "Vorbereitungen zur Schaffung eines Europäischen Profiliga-Verbandes treffen", heißt es in dem Papier. Kurth wollte die Aussagen in dem Leitfaden nicht überbewerten, hob aber hervor, dass die "G14" trotz der Attacken der versammelten Verbandsmacht ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren würde. Mit ihren Forderungen, zu denen auch die finanzielle Kompensation für Klubs bei der Abstellung von Profis zu Länderspielen gehört, will die "G14" vor allen Dingen an Einfluss und Mitspracherecht gewinnen.

"G14": Verbände haben zuviel Macht

"Im Moment sind die Regeln des Spiels von Verbänden für Verbände geschrieben. Profiklubs haben keine direkte Einflussmöglichkeit, und das muss sich ändern", meinte Kurth. Die Drohungen der Fifa und der Uefa seien nur ein Versuch, die Position der Verbände zu stärken, so der Generalsekretär weiter.

Doch nach der Budapester Resolution hat die "G14" den Maßstab ihrer konkreten Hegemonie-Pläne zunächst mal verkleinert. Statt mit einer eigenen Profiliga gibt sich die Klubvertretung offenbar erstmal auch mit der Wiedereinführung einer Zwischenrunde in der Champions League zufrieden.

Einen entsprechenden Passus im eigenen Strategiepapier will Kurth allerdings auch nicht als konkrete Forderung verstanden wissen: "Wir glauben in der Tat, dass die Anzahl der Spiele erhöht werden sollte, aber wir sagen nicht, dass es so sein muss."

© SID

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