Fußball International
Gericht verurteilt Didulica nach Foulspiel

Erstmalig hat in Österreich ein Foulspiel zu Konsequenzen vor Gericht geführt. Austria Wiens Torhüter Joey Didulica wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 000 Euro verurteilt.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung hat das Wiener Straflandesgerichts Joey Didulica, Torhüter von Austria Wien, nach einem Foul zu einer Geldstrafe von 60 000 Euro verurteilt. Es ist das erste Mal, dass in Österreich ein Foulspiel im Fußball vor Gericht bestraft wird. Der Keeper hatte den Rapid-Stürmer Axel Lawaree im Wiener Derby vom 26. Mai 2005 schwer angegangen. Dem Belgier wurde ein Schmerzensgeld von 1 000 Euro zugesprochen. Lawaree hatte bei der Tätlichkeit Kopfverletzungen erlitten, die ihm Didulica zufügte, als er einen Ball an der Strafraum-Grenze wegbefördern wollte.

"Die Austria ist wie Joey Didulica von dieser - meiner Meinung nach - realitätsfremden Entscheidung enttäuscht und geschockt", sagte Austrias Klubmanager Markus Kraetschmer, der am Montag im Zuge der über neunstündigen Verhandlung wie Austria-Verteidiger Sasa Papac als Zeuge geladen war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Berufung einlegte.

"Man muss zu dieser Entscheidung auch deshalb klare Worte finden, weil es, über den konkreten Fall hinausgehend, fatale Folgewirkungen für den gesamten Fußballsport haben kann. Theoretisch könnte nunmehr nach jedem Spiel eine Flut an solchen Verfahren drohen. Es ist absolut offen, welche Auswirkung diese Entscheidung auf den internationalen Fußball hat", sagte Kraetschmer.

© SID

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