Fußball International
Globetrotter Otto Pfister wird 70

Er ist in seinem Leben viel herumgekommen und denkt nicht an den Ruhestand. "Es ist ein Traum von mir, nochmal an einer WM-Endrunde teilzunehmen", nennt Kameruns Trainer Otto Pfister an seinem 70. Geburtstag seine Ziele.

Mittwoch Paris, Donnerstag und Freitag Jaunde, heute Bundesliga in Bochum: Auch kurz vor seinem 70. Geburtstag machte Kameruns neuer Nationaltrainer Otto Pfister seinem Ruf als Weltenbummler alle Ehre. "Wo ich feiern werde? In Bochum auf der Tribüne", sagte der gebürtige Kölner und fragte noch einmal nach: "Samstag ist doch der 24. November, oder?"

Bei so vielen Reisen kommt man schon mal durcheinander. Keine Verwirrung gibt es laut Pfister hingegen um seinen Posten als Coach der "unzähmbaren Löwen" von Kamerun. "Ich weiß nicht, wo das ganze Theater zuletzt herkam. Mein Vertrag ist längst unterschrieben", erklärt Pfister mit Nachdruck und dementiert Meldungen, wonach es Ärger um seine Person zwischen Verbands-Präsident Mohamed Iya und Sportminister Augustin Edjoa gegeben haben soll.

"Brauche keinen Agenten"

Pfister, der schon Schach mit Ruandas Präsident Gregoire Kayibanda spielte, König Fahd von Saudi-Arabien traf und mit Zaires Präsident Mobutu Sese Seko speiste, wird es selbst am besten wissen. "Weil ich nie einen Manager oder Agenten habe. Ich rede persönlich mit den Verantwortlichen und schließe die Verträge selbst ab", sagt der Mann im "Unruhestand" und Afrika-Experte.

Kamerun ist seine achte Station auf dem schwarzen Kontinent und sportlich die wohl reizvollste Aufgabe. "Wir haben ein starkes Team, das sehr viel erreichen kann", sagt Pfister und glaubt mit seiner Mannschaft um Ausnahmestürmer Samuel Eto'o vom FC Barcelona an den Erfolg.

Volles Programm

Bis dahin wartet auf Pfister viel Arbeit. Nach Gesprächen in Jaunde beobachtet er heute an seinem Geburtstag beim Spiel zwischen dem VfL Bochum und Arminia Bielefeld den Kameruner Joel Epalle. Im Januar wird er seine Spieler zu einem Trainingslager auf Teneriffa zusammenziehen, bevor Kamerun am 20. Januar 2008 gegen Ägypten in den Afrika-Cup einsteigt. Doch Pfister blickt auch schon weiter voraus - Richtung WM 2010 in Südafrika: "Es ist ein Traum von mir, nochmal an einer WM-Endrunde teilzunehmen."

Dann sollte es aber besser und ruhiger laufen als bei der WM 2006 in Deutschland, als er mit Togo für Schlagzeilen sorgte. Damals war er in einer Nacht- und Nebelaktion drei Tage vor der WM-Premiere der Westafrikaner wegen eines Prämienstreits zwischen Mannschaft und Verband zurückgetreten, ehe er auf Wunsch der Spieler und nach einer Rolle rückwärts doch auf der Bank saß. "Leider haben wir uns durch die Unruhe unter Wert verkauft", sagt Pfister: "Aber ich würde alles trotzdem wieder genauso machen."

© SID

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