Fußball International
Griechischer Verband verlängert mit Rehhagel

Der griechische Verband hat den Vertrag mit Europameister-Coach Otto Rehhagel trotz des Scheiterns in der WM-Qualifikation um zwei weitere Jahre verlängert. Dies gab ein Verbandssprecher bekannt.

Die griechische Nationalmannschaft hört auch in den kommenden zwei Jahren auf das Kommando von Otto Rehhagel. Dies gab ein Sprecher des griechischen Verbandes bekannt. Der jetzt 67-Jährige steht seit dem 9. August 2001 in Diensten von Hellas. Sein größter Triumph war der EM-Erfolg im vergangenen Jahr durch ein 1:0 im Finale gegen Gastgeber Portugal. Die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland hatte Rehhagel mit seiner Auswahl verpasst.

"Konnte keine andere Entscheidung treffen"

"Ich konnte keine andere Entscheidung treffen. Es ist mir zum ersten Mal passiert, dass alle - Verband, Fans, Spieler und das Umfeld - wollten, dass ich bleibe. Mein Herz ist immer hier", erklärte der gebürtige Essener auf einer Pressekonferenz. Sogar die griechische Presse sei auf seiner Seite gewesen. Rehhagels Jahressalär soll sich künftig auf 800 000 Euro plus Prämien belaufen, so dass rund eine Million Euro für Rehhagel per annum möglich sind. Vor vier Jahren hatte "Rehhakles" mit 420 000 Euro Jahresgage in Griechenland angefangen.

"Wir wollen uns für die EM 2008 qualifizieren und den Titel in der Schweiz und Österreich erfolgreich verteidigen", verkündete Rehhagel im Blitzlichtgewitter der Fotografen und im gleißenden Licht der TV-Kameras. Sollten die Griechen das EM-Ticket lösen, verlängert sich der Kontrakt automatisch bis zum Ende des Turniers. Erfüllt Rehhagel den bis 2008 laufenden Vertrag, wäre er dann der dienstälteste griechische Nationaltrainer in einer Amtszeit.

Lange Beratung mit Ehefrau Beate

Die Vertragsverlängerung sei bereits am Mittwoch vergangener Woche perfekt gemacht worden. Rehhagel: "Es ging um ein paar Details, nach einer Viertelstunde waren wir uns einig." Allerdings hatte er sich zuvor mit Ehefrau Beate lange Zeit beraten. "Es ging darum, ob ich grundsätzlich weitermache oder aufhöre. Ich habe mich dann zum Weitermachen entschieden", sagte Rehhagel.

Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland, als die Griechen der Ukraine (direkt qualifiziert) und dem Erzrivalen Türkei (Play-off-Teilnahme) den Vortritt lassen mussten, hatte er zunächst an Rücktritt gedacht. Doch Verbands-Präsident Vasilis Gagatsis unterstrich in mehreren Gesprächen mit dem deutschen Fußball-Lehrer, dass er großen Wert auf eine Fortsetzung der seit dem 9. August 2001 währenden Zusammenarbeit lege. Der griechische Verband EPO traut Rehhagel zudem zu, den notwendigen Neuaufbau der Auswahl im Hinblick auf die Euro 2008 einzuleiten.

Für das Länderspiel am Mittwoch gegen Ungarn, die Mannschaft von Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, in Piräus hatte Rehhagel nur noch elf EM-Helden nominiert. Außerdem stehen einige Youngster im Kader, so der 21 Jahre alte Abwehrspieler Filipos Darlas (Panathinaikos Athen), der ein Jahr jüngere Innenverteidiger Panagiotis Lagos (Iraklis Saloniki) und der 26 Jahre alte Torwart Stefanos Kotsolis (Larissa). Außerdem gibt Abwehrspieler Paraskevas Antzas (Xanthi) nach zweijähriger Pause sein Comeback.

Öffentlichkeit steht hinter Rehhagel

Rehhagel saß in seinem vierjährigen Engagement als Nationalstrainer in Griechenland 53-mal auf der Bank (27 Siege, 13 Unentschieden, 13 Niederlagen). In der griechischen Öffentlichkeit genießt der deutsche Coach trotz des Scheiterns in der WM-Qualifikation großes Vertrauen. In einer Meinungsumfrage unmittelbar nach dem WM-Aus hatten sich 88 Prozent für eine Weiterbeschäftigung Rehhagels in Griechenland ausgesprochen.

© SID

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