Fußball International
Hochbetrieb auf Europas Fußballplätzen

In Europa ist heute viel los - nahezu überall rollt der Ball. Neben zahlreichen Testspielen stehen auch sechs Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz an.

Die Weltmeisterschaft 2006 ist Geschichte - heute werden die Nationalteams endgültig wieder vom Alltag eingeholt. Doch während die vielerorts neu zusammengestellten Teams sowie zahlreiche neue Trainer zunächst nur ihre Form testen und sich kennen lernen wollen, steht für sechs Teams mit dem Beginn der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 gleich der Ernstfall auf dem Programm.

Dabei muss der frühere Bundesligaprofi und -trainer Klaus Toppmöller als Coach der georgischen Auswahl zum Fußball-"Zwerg" auf die Faröer reisen, Estland trifft auf Mazedonien, und Belgien will nach dem Scheitern in den jüngsten EM- und WM-Qualifikationen gegen Kasachstan endlich wieder eine erfolgreiche Ära einläuten.

Müde WM-Helden erhalten Pause

Noch ohne den großen Erfolgsdruck im Nacken können dagegen die Topteams antreten. Viele Trainer verzichten daher auf die müden WM-Helden und geben der zweiten Garnitur eine Chance. Diese Maxime beherzigt allen voran Roberto Donadoni. Der neue Coach von Weltmeister Italien tritt gegen das vom ehemaligen Karlsruher Profi Slaven Bilic betreute Kroatien ohne die WM-Helden an, lediglich Ersatztorwart Marco Amelia ist mit von der Partie.

"Für unsere Mannschaft beginnt eine neue Ära. Das Team hat enormes Potenzial", sagt Donadoni, dessen Vorgänger Marcello Lippi bislang kein neues Amt übernommen hat und stattdessen mit einem Boot durchs Mittelmeer schippert. Auch viele Stars befinden sich noch im Urlaub oder stehen erst am Beginn der Vorbereitung. "Ich will die Gelegenheit nutzen, einige Akteure zu testen", erklärte der Coach.

England ohne Beckham

Doch während Donadoni seinen Topspielern nur eine Pause gönnt, hat Englands neuer Teammanager Steve Mcclaren seine Amtszeit mit einem personellen Paukenschlag begonnen. Der Coach verzichtet im Test gegen Otto Rehhagels griechische Europameister auf Superstar und Ex-Kapitän David Beckham.

Obwohl aller Orten bereits vom Ende der Ära Beckham gesprochen wird, schließt Mcclaren eine Rückkehr des 31-Jährigen ins Team der "Three Lions" nicht aus. "Ich werde nie die Tür für einen Spieler zuschlagen. Das wäre dumm von mir. David will um seinen Platz kämpfen. Für mich ist das eine tolle Reaktion", meinte der Coach.

Um ihre Plätze in der Auswahl von Rekord-Weltmeister Brasilien müssen die Superstars Ronaldinho, Kaka, Ronaldo und Adriano wohl nicht kämpfen, aber der neue Coach Carlos Dunga verzichtet beim Test in Norwegen auf das Quartett. "Sie haben erst ihren Urlaub beendet und sollten zunächst mit ihren Klubs trainieren. Jetzt können die anderen Spieler ihre Qualität unter Beweis stellen", erklärte der Weltmeister von 1994 und frühere Kapitän des VfB Stuttgart.

Ihr hochgelobten Qualitäten unter Beweis stellen müssen auch zwei niederländische Trainer in ihren neuen Funktionen. Guus Hiddink soll das ramponierte Image der russischen Mannschaft zunächst mit einem Sieg gegen Lettland wieder aufpolieren, Leo Beenhakker will die bei der WM enttäuschenden Polen in Dänemark zurück in die Erfolgsspur bringen.

Das gleiche Ziel verfolgt der dritte Niederländer im Bunde mit seinem Heimatland. Nachdem Bondscoach Marco van Basten die Altstars Ruud van Nistelrooy und Mark van Bommel aus dem Kader geworfen hat, soll sich in Irland der Nachwuchs beweisen. "Ich denke, dass die Jungen derzeit einfach besser sind", begründete van Basten seine Personalentscheidungen.

Unterschiedliche Probleme für Steve Staunton

Sein Gegenüber Steve Staunton, der mit seinem Team zum Auftakt dem EM-Qualifikation am 2. September in Stuttgart auf Deutschland trifft, hat dagegen ganz andere Sorgen. Zunächst musste Staunton die Absage zahlreicher verletzter Stammspieler verkraften, dann wurde der Coach im Vorfeld der Partie auch noch von einem Mann mit einer Waffe oder zumindest einer Attrappe bedroht.

Von ähnlichen Vorfällen blieb Raymond Domenech verschont. Der Trainer von Vize-Weltmeister Frankreich nominierte für die Partie in Sarajevo gegen Bosnien und Herzegowina 15 WM-Spieler und bestimmte Patrick Vieira zum Nachfolger des zurückgetretenen Kapitäns Zinedine Zidane.

Unterdessen starten die EM-Gastgeber Schweiz und Österreich ihre Vorbereitung auf die kontinentalen Titelkämpfe gegen Liechtenstein bzw. Ungarn.

© SID

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