Fußball International
Klinsmann soll "Down Under" trainieren

Womöglich hat Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann eine neue Aufgabe gefunden. Nach einem Bericht der australischen Tageszeitung Herald Sun buhlt der australische Verband FFA um die Gunst des 42-Jährigen, der Deutschland bei der WM 2006 im eigenen Land auf den dritten Rang geführt und das "Sommermärchen" mit seinen Schützlingen ausgelöst hatte.

Laut Herald Sun habe sich Klinsmann in Los Angeles mit Peter Lowy, Sohn des australischen Fußball-Verbandspräsidenten Frank Lowy, zum Essen getroffen. Der Weltmeister und Europameister soll die "Socceroos" im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika betreuen.

Geschäftliches Treffen zwischen Klinsmann und australischen Vertretern

Die Zeitung zitierte einen Beobachter des Treffens mit den Worten: "Die Möglichkeiten, Australien zu trainieren, seien erörtert worden. Es war auf jeden Fall ein geschäftliches Gespräch." Außerdem sei das Thema Immobilien-Geschäfte behandelt worden. Offenbar ist Peter Lowy Chef einer Werbe-Agentur und soll sich deshalb mit "Klinsi" getroffen haben.

Roland Eitel, der Deutschland-Berater des ehemaligen Nationalmannschaftskapitäns, wollte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienst (sid) zu dem Bericht keinen Kommentar abgeben. In einem Reuters-Interview hatte Klinsmann vor kurzem erklärt: "Ich möchte defintiv wieder als Trainer arbeiten. Ich bereite mich derzeit auf eine neue Aufgabe vor. Das könnte in einem oder zwei Monaten, aber auch erst in ein oder zwei Jahren der Fall sein."

Peter Lowy ist offenbar für den US-Zweig des Familien-Unternehmens Westfield Property Group zuständig. Allerdings soll er laut Zeitungsbericht schon häufiger inoffiziell für den australischen Fußball-Verband Kontakte geknüpft haben.

Klinsmann lebt bekanntlich mit Ehefrau Debbie und seinen beiden Kindern in Huntington Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. "Es muss vor allem auch für die Familie passen, und es muss die richtige Aufgabe sein. Die Liste der Alternativen ist nicht sonderlich lang. Die Luft da oben ist relativ dünn", meinte Klinsmann im letzten Interview.

Klinsmann könnte "Socceroos" von den USA aus trainieren

Als Cheftrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte Klinsmann von den USA aus die Betreuung seiner Truppe gesteuert. Laut Herald Sun würde der gebürtige Schwabe seinen Hauptwohnsitz in Huntington Beach behalten und auch die Auswahl der Socceroos von den Vereinigten Staaten aus coachen wollen. Zuletzt war Klinsmann als neuer Cheftrainer der US-Nationalmannschaft im Gespräch. Der Wahl-Kalifornier konnte sich allerdings mit dem US-Verband nicht einigen.

Zurzeit werden die Aussies von Graham Arnold betreut. Dieser hat die Zusagen von FFA-Chef Frank Lowy, bis im Juli dieses Jahres im Amt zu bleiben. Nach dem Asien-Cup im Sommer ist allerdings der Posten vakant. Bei der WM 2006 in Deutschland hatte der Niederländer Guus Hiddink die Australier gecoacht. Der Erfolgscoach, der ebenfalls im Gespräch ist, steht derzeit in Diensten des russischen Verbandes und hat einen Vertrag bis 2008.

Als weitere Alternative wird "Down Under" im Augenblick Hiddinks Landsmann Leo Beenhakker gehandelt. Dieser ist nun polnischer Auswahlcoach und war WM-Trainer von Trinidad/Tobago bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Die WM-Chancen Australiens sind auf jeden Fall gestiegen, denn die australischen Kicker beteiligen sich künftig an der Asien-Qualifikation. Dort werden 4,5 Startplätze ausgespielt.

© SID

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