Fußball International
Personalprobleme vor Südamerika-Duell in England

Vor dem mit Spannung erwarteten Südamerika-Klassiker zwischen Brasilien und Argentinien in London kämpfen beide Nationaltrainer mit Personalproblemen. Brasiliens Coach Carlos Dunga bereitet seine Offensivreihe Sorgen.

Die erst kürzlich eingeweihte neue Heimstätte des FC Arsenal London erlebt heute gleich einen Fußball-Klassiker. In dem fast ausverkauften Emirates-Stadion treten Brasilien und Argentinien (17.00 Uhr/live bei arena) gegeneinander an. Der Hausherr hat seine Sympathien bereits vergeben. "Jeder, der den Fußball liebt, ist kein Feind Brasiliens, sondern sein Freund", philosophierte Arsene Wenger vor dem Südamerika-Duell. Trotz des enttäuschenden WM-Abschneidens der Südamerikaner erwartet nicht nur der französische Trainer Zauberfußball.

Dabei reisen beide Teams mit einem Sack voller Probleme in die britische Hauptstadt an. Zu allem Überfluss entging Brasiliens Coach Carlos Dunga beim Abflug am Donnerstag in Sao Paulo nur knapp einem handfesten Streit, als der 42-Jährige vor dem Flugschalter der vom Konkurs bedrohten Fluglinie Varig von aufgebrachten Passagieren mit einem verantwortlichen Angestellten verwechselt wurde und es zu einem verbalen Schlagabtausch kam.

Personalprobleme auf beiden Seiten

Zudem muss Dunga bei seinem zweiten Einsatz als "Selecao"-Coach von seiner Vorgabe abrücken, dass nur fitte Spieler eine Chance bekommen, da seine erste Offensivreihe noch wenig Spielpraxis hat. Ronaldinho verpasste wegen Muskelproblemen das Liga-Debüt von Spaniens Meister FC Barcelona, Robinho wurde bei Real Madrid ausgewechselt, Fred bat Frankreichs Champion Olympique Lyon um ein paar Tage Extra-Ferien, und Kaka wartet mit dem AC Mailand wegen des Skandals in Italien weiter auf den Serie-A-Start.

Personalprobleme haben auch die Gauchos. Trainer Alfio Basile bangt bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank des zweimaligen Weltmeisters nach drei Absagen noch um den angeschlagenen Spielmacher Juan Roman Riquelme. Dennoch gibt der 62-Jährige für den Neuanfang nach dem WM-Viertelfinal-K.o. gegen Deutschland einen kühnen Tipp ab: "4:0 für uns."

Zweite Amtszeit für Argentiniens Coach Alfio Basile

Aber schon ein 1:0 würde Basile zufriedenstellen, der 1991 seine erste Amtszeit begann, sofort eine Serie von 31 Spielen ohne Niederlage hinlegte, die Argentinier bei den Copa-America-Siegen 1991 und 1993 zu den letzten großen Titeln führte, nach dem Achtelfinal-Aus bei der WM 1994 und dem damaligen Dopingbefund bei Diego Maradona aber dennoch seinen Hut nehmen musste.

Immerhin konnte Basile, der den Gladbacher Federico Insua berief, den Neu-Hamburger und langjährigen Nationalmannschafts-Kapitän Juan Pablo Sorin jedoch nicht berücksichtigte, an zwei Trainingstagen die "Albiceleste" einstellen. Dunga, der vor zwei Wochen mit einem 1:1 in Norwegen debütierte, bleibt dagegen nur eine Einheit am Samstag, an der auch die Bundesliga-Profis Juan, Lucio und Gilberto teilnehmen.

Alles Wehklagen nutzt jedoch nichts, schließlich haben sich beide Verbände gut verkauft. Für die Brasilianer wickelt die Sportrechte-Agentur Kentaro, die bereits die WM-Vorbereitung in der Schweiz organisiert hatte, alle Auftritte 2006, inklusive des zwei Tage später folgenden Test an der Londoner White Hart Lane gegen Wales, ab. Die Argentinier haben sogar bis 2011 alle Rechte an Freundschaftsspielen an die russische Agentur Renova abgegeben. Und in diesem Millionenspiel sind sportliche Sorgen der Trainer nur Randnotizen.

© SID

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