Fußball International
Razzien wegen Passfälscher-Skandal in Argentinien

Im Zuge des Passfälscher-Skandals im argentinischen Fußball wurden 44 Razzien durchgeführt. Angeblich verhilft eine Ausweis-Agentur argentinischen Fußballern zu falschen Pässen.

Der Passfälscher-Skandal im argentinischen Profi-Fußball zieht immer weitere Kreise. Am Tag des Olympiasieges der "Albiceleste" in Peking durchsuchten Beamte die Geschäftsräume des argentinischen Fußball-Verbandes (AFA) sowie die der Klubs Boca Juniors, River Plate, San Lorenzo, Independiente, Velez Sarsfield, Racing, Tigre, Quilmes, Huracan and Banfield.

Die insgesamt 44 Razzien, von denen auch Spielerberater und Geschäftsleute betroffen waren, wurden laut Staatsanwalt Norberto Oyarbide von einer Spezialeinheit der Polizei durchgeführt. Der argentinische Verband wurde von den Behörden zudem aufgefordert, Transferverträge von 80 Spielern offenzulegen.

Nach Angaben der argentinischen Justiz wird unter anderem gegen die Spieler Gabriel Paletta (FC Liverpool), Pablo Ledesma (Catania Calcio), German Denis (SSC Neapel), Gonzalo Bergessio (San Lorenzo) sowie Jungstar Juan Forlin von Real Madrids B-Team ermittelt.

Europäische Pässe erhöhen den Marktwert

Argentinische Profis beantragen oft die Staatsbürgerschaft aus dem Land ihrer europäischen Vorfahren, damit sie nicht unter die Ausländerbeschränkungen der europäischen Top-Ligen fallen. Dadurch erhöht sich ihr Marktwert erheblich. So ist beispielsweise auch Verteidiger Martin Demichelis von Rekordmeister Bayern München im Besitz eines italienischen Passes. Demichelis soll aber nicht zu dem Kreis der Profis zählen, die in die Untersuchungen involviert sind.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand zuletzt eine Agentur, die bei der Beschaffung von Ausweisen und Pässen offenbar mit Mitarbeitern des italienischen Konsulats zusammenarbeitete. Nach Medienberichten aus Argentinien sollen im Rahmen des Betruges Unterschriften gefälscht worden sein, um leichter an italienische Pässe zu kommen. Die Ausweis-Agentur sei von den Spielerberatern beauftragt worden, bei der Dokumentenbeschaffung behilflich zu sein. Für 20 000 Euro wäre vom Konsulat ein entsprechendes Dokument zu haben gewesen.

© SID

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