Fußball International
Rummenigge erwägt Bayern-Austritt aus der G14

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat einen Austritt des deutschen Meisters aus der so genannten G14 erwogen und zugleich vehemente Kritik an der Vereinigung der europäischen Großklubs geübt.

Bayern München erwägt offenbar den Austritt aus der so genannten G14. Dies zumindest kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an und übte gleichzeitig heftige Kritik an der Vereinigung der europäischen Großklubs. "Unter diesen Voraussetzungen werden wir uns überlegen, ob es noch sinnvoll ist, weiter in der G14 zu bleiben. Wir haben keine Lust, uns mit den Dingen zeitlich zu befassen und noch einen Jahresbeitrag zu entrichten, wenn dabei zu wenig rauskommt", sagte Rummenigge in einem kicker-Interview. Er stelle deshalb die "Sinnhaftigkeit und Zukunft der G14 in Frage".

Beim FC Bayern sei man "sehr unzufrieden mit der Entwicklung", betonte Rummenigge. Die G14 tue zu wenig für den Fußball, es finde zu wenig statt, "keine Kommumnikation mit der Fifa, keine mit der Uefa. Zurzeit gibt es wenig gemeinsame Projekte." Der G14 sei es zudem nicht gelungen, "der Öffentlichkeit ihre Ziele und Aktivitäten zu erklären: Dass sie keine reine Geldbeschaffungsmaßnahme ist".

"Jeder denkt nur an sich"

Der Bayern-Boss kritisierte weiter, dass es wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Klubs geben würde: "Jeder in der G14 denkt nur an sich. Ich sage es klipp und klar: Calderon (Präsident von Real Madrid, d.Red.) und Kollegen sind Einzelkämpfer, auch die Italiener und Engländer. Im Fußball herrscht der pure Egoismus." Zudem befinde sich der Fußball, "seit die Abramowitschs, Berlusconis oder Morattis die Politik bestimmen, in einer extremen Schieflage".

Entsprechend räumt Rummenigge auch den deutschen Vereinen in naher Zukunft kaum mehr Chancen ein. Er wage sogar zu behaupten, "dass in den nächsten zehn Jahren kein deutscher Klub mehr im Endspiel eines europäischen Wettbewerbs vertreten sein wird. Was ein Abramowitsch jeden Sommer auf dem Transfermarkt anrichtet - wie soll da ein deutscher Klub wettbewerbsfähig sein?"

Vorstandschef hofft auf Ende der "Exzesse eines Abramowitsch"

Was Werder Bremen in der Champions League gegen Barcelona und Chelsea bisher geschafft habe, sei deshalb "ein Wunder. Und wenn die Bremer gegen Barcelona weiterkommen, ist es das achte Weltwunder. Bremen kassiert 23 Mill. vom Fernsehen, Barcelona 143 Millionen." Er hoffe deshalb, so der frühere Nationalspieler, dass die Europäische Union "diese Exzesse eines Abramowitsch oder des Fernsehens in anderen Ländern stoppt".

In diesem Zusammenhang plädierte Rummenigge erneut für eine Gehaltsobergranze (salary cap), außerdem für eine europaweite zentrale Vermarktung. Er sehe da auch mittelfristig Chancen: "Ich hoffe, dass wir bis 2010 wieder einen fairen Wettbewerb haben."

Der G14 gehören derzeit 18 europäische Klubs an. Aus Deutschland sind neben Bayern München noch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in der Vereinigung vertreten. Zuletzt hatte auch Werder Bremen Ambitionen angemeldet.

© SID

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