Fußball International
Russische Sportführung schweigt nach Krawallen

Trotz schwerer Krawalle und mehr als 1 300 Festnahmen hält sich die russische Sportführung bedeckt. Weder WM- noch Olympia-Organisatoren äußerten sich zu den Ausschreitungen.

Die russische Sportführung hält sich zu den schweren Krawallen im Gastgeber-Land der nächsten Olympischen Winterspiele und der übernächsten Fußball-WM weiterhin bedeckt. Bis Donnerstagmittag reagierten weder die Organisatoren der WM-Endrunde 2018 noch die Macher der Winterspiele 2014 in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi auf die Ausschreitungen. Besonders in der Hauptstadt Moskau war es Zusammenstößen gekommen, die eine Verhaftungswelle mit mehr als 1 300 Festnahmen nach sich zogen.

Nach Angaben des Innenministeriums nahm die Polizei am Mittwoch bei den politisch motivierten Auseinandersetzungen zwischen Russen und aus dem Kaukasus stammenden Personen 1 348 Personen fest. Die Ausschreitungen waren am vergangenen Wochenende durch eine Gedenk-Kundgebung für einen getöteten Fan des Erstligisten Spartak Moskau ausgelöst worden.

Demonstranten größtenteils bewaffnet

Viele der Verhafteten waren bewaffnet. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten 260 schusswaffenähnliche Gegenstände und 208 Messer. Bislang meldeten offizielle Stellen zwei Tote als Opfer der Gewaltausbrüche in den vergangenen Tagen.

Bereits vor Tagen hatte Staatspräsident Dimitrij Medwedew mit Blick auf die anhaltenden Randalen eine resolute Vorgehensweise der Behörden angekündigt. Medwedew sieht durch die Gewalttätigkeiten das Ansehen seines Landes mit Blick auf Sotschi und die WM 2018 gefährdet.

Die Krawalle zwischen hauptsächlich den Ultra-Nationalisten zugerechneten Russen und den Kaukasiern, die in russischen Medien "fremdländisch aussehende Personen aus dem Kaukasus" genannt werden, spiegeln die tiefen Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen im künftigen WM-Gastgeberland wider. Moskau war zuletzt wiederholt Ort von rassistisch motivierter Gewalt. Immer mehr Personen aus dem Kaukasus oder anderen verarmten Republiken des ehemaligen Sowjetreiches aus dem Osten strömen in Richtung Hauptstadt.

© SID

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