Fußball International: Schäfer in der Wüste der letzte Mohikaner

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Schäfer in der Wüste der letzte Mohikaner

Elf von zwölf Trainern in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate mussten vorzeitig ihren Hut nehmen. Der letzte Verbliebene ist der der deutsche Coach Winfried Schäfer, der den Tabellenzweiten Al Ahli trainiert.

Winnie Schäfer ist derzeit die einzige Konstante in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate. Elf von zwölf Trainern wurden während der laufenden Spielzeit ausgetauscht - lediglich der frühere Coach der kamerunischen Nationalelf ist noch im Amt. "Es herrscht derzeit eine große Unruhe in der Liga", bestätigte Schäfer im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Dabei standen vor allem die deutschen Fußball-Lehrer bei den millionenschweren Scheichs bis vor wenigen Wochen eigentlich hoch im Kurs. In Willi Reimann, Eduard Geyer, Bernd Krauss, Reiner Hollmann und eben Schäfer starteten fünf der zwölf Teams der Nationalliga mit deutschen Coaches. Mittlerweile darf nur noch Schäfer seiner Arbeit ungestört nachgehen, während sich der frühere Dortmunder Scout Reinhard Fabisch als neuer Trainer der SC Emirates seine Meriten erst noch verdienen muss. Sonst droht auch dem 55-Jährigen ebenfalls der Rauswurf.

Schäfer muss abgewanderten Karimi ersetzen

Sicher im Sattel sitzt aber nur Schäfer beim Tabellenzweiten Al Ahli. Der frühere Nationaltrainer Kameruns, mit einem Vertrag bis 2007 ausgestattet, spürt zumindest bei seinem Klub absolutes Vertrauen. "Ich bin hier ein Vorzeigeobjekt. Meine Aufgabe ist es, nach dem Abgang von Ali Karimi, der hier Dreh- und Angelpunkt war, ein neues Team zu formen. Das gelingt bisher sehr gut. Wir sind Zweiter und nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter zurück. Die ersten Stimmen werden bereits laut, dass wir Meister werden können", meinte Schäfer.

Kurioserweise musste sein deutsches Pendant Reiner Hollmann, der mit Al Wahda an der Tabellenspitze lag und im vergangenen Jahr Meister geworden war, nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie völlig überraschend seine Koffer packen.

Für den früheren Karlsruher Bundesliga-Trainer ist die neue Nervosität im Profifußball der Emirate einfach zu erklären. Während nach der Ligagründung zunächst die Teams aus Dubai das Nonplusultra waren, ködern jetzt die schwerreichen Scheichs aus Abu Dhabi die Spieler mit ihren Öl-Millionen.

"Im Moment werden die Teams aus Abu Dhabi immer stärker, holen mit mehr Geld die Spieler weg, weil die Scheichs näher am Fußball sind", erklärte Schäfer. Während die Scheichs aus Dubai das Pferderennen noch vor dem Fußball sehen, setzt die Konkurrenz aus Abu Dhabi mittlerweile ganz auf die Karte Fußball.

© SID

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