Fußball International
"Schiri" Stark von chilenischer U20 attackiert

Schiedsrichter Wolfgang Stark ist nach dem Halbfinale der U20-WM von wütenden chilenischen Spielern und Fans attackiert worden. Nach einem Handgemenge mit der Polizei wurden alle 21 Chilenen kurzzeitig verhaftet.

Schiedsrichter Wolfgang Stark ist nach dem Halbfinale der U20-Weltmeisterschaft in Kanada von wütenden chilenischen Spielern und Fans attackiert worden. Der Ergoldinger hatte beim 3:0 von Titelverteidiger Argentinien gegen Chile Gary Medel und Dagoberto Currimilla vom Platz gestellt und musste wie seine Assistenten Jan-Hendrik Salver und Volker Wezel nach dem Abpfiff von Ordnern vor aufgebrachten Spielern geschützt werden. Danach musste er in einem Hagel von Wurfgeschossen in den Kabinengang sprinten, um nicht verletzt zu werden.

Auch in den Katakomben des Stadions von Toronto gaben die Chilenen keine Ruhe. Es kam zu einem Handgemenge mit der Polizei, nach dem alle 21 Spieler kurzzeitig verhaftet wurden. Inzwischen sind die Unruhestifter aber wieder auf freiem Fuß. Im Zuge der Auseinandersetzungen sollen die Polizisten Vorwürfen mehrerer Spieler zufolge Pfefferspray und Elektroschocker eingesetzt haben. Der Weltverband Fifa wird in der Angelegenheit tätig. "Die Fifa wird nun eine disziplinarische Untersuchung der einleiten und Maßnahmen gegen das Verhalten der Spieler und Verantwortliche des chilenischen Teams ergreifen", erklärte Fifa-Präsident Sepp Blatter dem TV-Sender CBC.

Die Polizei wehrte sich unterdessen gegen die Vorwürfe. "Die Beamten waren zum Eingreifen gezwungen. Zunächst mussten wir die Sicherheit des Schiedsrichtergespanns gewährleisten. Dann mussten wir außerhalb des Stadions nochmals eingreifen. Die Chilenen richteten sich dann gegen die Polizisten. Sie wurden in die Auseinandersetzung reingezogen und haben reagiert, wie sie es für diese Vorfälle gelernt haben", erklärte Polizeichef William Blair.

Das chilenische Außenministerium hat sich nun auf höchster Ebene in der Angelegenheit eingeschaltet. "Wir haben durch unseren Botschafter in Kanada eine Protestnote an das kanadische Außenministerium geschickt und verlangen eine Erklärung für diesen Vorfall", erklärte Chiles Außenminister Alejandro Foxley gegenüber Medien.

Argentinien trifft im Finale auf Tschechien, das Österreich tags zuvor mit 2:0 besiegt hatte. Angel Di Maria (12.) fügte den Chilenen in Toronto das erste Gegentor des Turniers zu, Claudio Yacob (65.) und Maximiliano Moralez (90.) machten alles klar. Das Endspiel findet am Sonntag ebenfalls in Toronto statt.

© SID

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