Fußball International
Sieben neue Trainer in 24 Länderspielen

Bei den Testspielen für die bevorstehende WM-Qualifikation geben heute sieben neue Trainer in 24 Spielen ihren Einstand. Schweiz-Coach Ottmar Hitzfeld freut sich auf sein Debüt.

Es wird ein neues Gefühl sein für Ottmar Hitzfeld, Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Heute Abend wird der ehemalige Bayern-Coach im Stade de Geneve zum ersten Mal als Nationaltrainer der Schweizer Nationalhymne zuhören. "Ich freue mich wirklich sehr auf die Nationalhymne und verspüre einfach eine starke Vorfreude. Es ist ein neuer Lebensabschnitt, ich spüre eine leichte innere Anspannung. Das ist alles sehr spannend und speziell", so Hitzfeld. Der Schweizer Nationaltrainer feiert ebenso wie sechs Trainer-Kollegen seinen Einstand. 24 Länderspiele stehen auf dem Programm.

Beim Debütantenball stehen neben dem ehemaligen Bayern-Coach Hitzfeld auch Vicente del Bosque als Chef des Europameisters Spanien sowie Italiens Rückkehrer Marcello Lippi im Blickpunkt. Auf einen Einstand nach Maß hoffen zudem Bert van Marwijk bei den Niederlanden, Österreichs neuer Chef Karel Brückner, Carlos Queiroz mit Portugal sowie Tschechiens Petr Rada. Die Länderspiele dienen gut sieben Wochen nach der EM als Test für die am 6. September beginnende Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika.

Bei diesem Großereignis in zwei Jahren will auch der 59-jährige Hitzfeld mit den bei der Europameisterschaft früh gescheiterten Eidgenossen dabei sein. Der "General", der in der Bundesliga mit Bayern München und Borussia Dortmund insgesamt 26 Titel gewann und zum Trainer 2008 gewählt wurde, setzt dabei auf Disziplin. "Die wird natürlich groß geschrieben. Wir alle sind Repräsentanten der Schweiz, haben eine Vorbildfunktion wahrzunehmen", betonte Hitzfeld und verstärkte bereits vor dem Spiel am Mittwoch gegen Zypern den Druck: "Jeder Spieler muss sich dieser Verantwortung bewusst sein. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die das Spiel dominiert. Wir müssen agieren und nicht nur reagieren."

Lippi kehrt zur "Squadra Azzurra" zurück

Während Hitzfeld als Nationalcoach Neuland betritt, kehrt Weltmeister-Trainer Lippi nach rund zweijähriger Abstinenz wieder auf die Bank der "Squadra Azzurra" zurück. "Es ist fantastisch, wieder da zu sein. Ich war ein wirklicher Idiot, als ich 2006 gegangen bin", sagte der 60-Jährige vor dem Nachbarschaftsduell mit Österreich in Nizza. Lippi setzt bei seinem zweiten Debüt auf Konstanz: Immerhin 13 Weltmeister von 2006 stehen im Kader. Aus dem EM-Aufgebot fehlen der verletzte Bayern-Stürmer Luca Toni und Antonio Cassano (Genua), dafür hat Alberto Gilardino (Florenz) wieder Beachtung gefunden.

Vor einer besonderen Aufgabe steht auch van Marwijk. Mit der Elftal peilt der frühere Dortmunder Bundesliga-Trainer gegen Russland in Moskau die Revanche für das Aus im EM-Viertelfinale (1:3 n.V.) an. Nicht nur auf Gegenliebe stieß im Team die Nominierung von Bayern-Kapitän Mark von Bommel, van Marwijks Schwiegersohn. "Ich habe die besten Spieler nominiert, Mark ist einer von ihnen. Er ist stark und gnadenlos", rechtfertigte der Oranje-Coach die Rückkehr des Mittelfeldspielers nach zweijähriger Abstinenz.

Dagegen muss der Spanier Raul weiter auf sein Nationalmannschafts-Comeback warten. Obwohl del Bosque große Stücke auf den Dauerbrenner von Real Madrid hält, verzichtete er auf eine Nominierung des Rekordtorschützen für das Länderspiel in Kopenhagen gegen Dänemark. Dafür steht der erst 17-jährige Bojan Krkic im Kader. Del Bosque setzt große Hoffnungen in den Teenie des FC Barcelona und träumt sogar schon vom WM-Titel. "Wir können Weltmeister werden. Wir haben eine ganze Generation von Siegertypen", sagte der frühere Real-Coach.

Auch Otto Rehhagel berief nach der peinlichen EM-Vorstellung seiner Griechen im 18-jährigen Sotiris Ninis einen Youngster für die Partie in der Slowakei. Deutschlands erster WM-Qualifikationsgegner Liechtenstein tritt in Albanien an. EM-Zuschauer England will sich im Duell mit Tschechien zurückmelden. Zumindest verbal gab Trainer Fabio Capello schon einmal die Richtung vor. "Wir sind gut genug, um auch gegen einen Europameister Spanien gewinnen zu können", meinte der Italiener.

© SID

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