Fußball International: Terim tritt nach Ulusoy-Wahl als Nationalcoach ab

Fußball International
Terim tritt nach Ulusoy-Wahl als Nationalcoach ab

Fatih Terim ist als türkischer Nationaltrainer zurückgetreten. Der Coach gab seinen Rückzug kurz nach der Wahl von Haluk Ulusoy zum neuen türkischen Verbandspräsidenten bekannt.

Die türkische Nationalmannschaft muss sich einen neuen Coach suchen. Der bisherige Coach Fatih Terim trat wenige Stunden nach der Wahl von Haluk Ulusoy zum neuen Präsidenten des türkischen Fußball-Verbandes von seinem Posten zurück. "Ich trete zurück, damit die neue Führung über Entscheidungsfreiheit verfügt. Ich werde meinen Vertrag auflösen, obwohl die Laufzeit über fünf Jahre geht", sagte der Coach, der erst im Sommer 2005 den Posten des Nationaltrainers angetreten hatte.

Rückkehrer Ulusoy

Zuvor war Ulusoy nach eineinhalb Jahren ins Präsidentenamt zurückgekehrt. Der Großindustrielle, der bereits von 1997 bis 2004 Präsident beim WM-Dritten von 2002 war, tritt die Nachfolge von Levent Bicakci an, der seine Kandidatur im Zuge des Skandalspiels gegen die Schweiz (4:2) zurückgezogen hatte. Ulusoy setzte sich bei der Wahl auf der außerordentlichen Delegierten-Versammlung in Ankara hauchdünn mit 109:102 Stimmen gegen Ayhan Bermek durch.

Bicakci hatte auf Druck der politischen Führung den Weg zu Neuwahlen freigemacht. Der türkische Sportminister Mehmet Ali Sahin hatte den Verbandsboss für die skandalösen Vorfälle während des entscheidenden WM-Qualifikationsspiels in Istanbul am 16. November verantwortlich gemacht, als es nach dem Ausscheiden der Türken zu Gewaltausbrüchen gegen die Schweizer Spieler gekommen war.

Am 6./7. Februar will der Weltverband Fifa sein Urteil bekanntgeben. Die Fifa-Disziplinarkommission hat gegen den türkischen Fußballverband ein Hauptverfahren sowie Einzelverfahren gegen Alpay Özalan, Emre Belozoglu, Mehmet Özdilek, Benjamin Huggel und Stephan Meyer eröffnet. Ende November 2005 hatte die Fifa in Zürich bereits 22 Personen vernommen, um die genauen Umstände und Urheber der skandalösen Vorfälle zu ermitteln. Dem türkischen Verband droht im schlimsten Fall eine Länderspiel-Sperre.

Ulusoy ist ein alter Bekannter auf dem Präsidenten-Posten beim türkischen Fußball-Verband. Bereits zwischen 1997 und 2004 hatte er die Geschicke des türkischen Fußballs geleitet, ehe ihn ein Beschluss der Regierung zum Ausscheiden aus dem Amt zwang. Das Gesetz sah damals vor, dass nur Personen mit einem Hochschulabschluss ein Präsidenten-Amt in der Türkei antreten dürfen. Diese Regelung wurde aber inzwischen durch das Verfassungsgericht wieder aufgehoben.

© SID

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