Fußball International: Top-Nationen in Testspielen unter Druck

Fußball International
Top-Nationen in Testspielen unter Druck

Auch wenn sich heute die besten Teams der Welt "nur" zu freundschaftlichen Vergleichen treffen, ist der Druck immens hoch. Besonders beim Duell England gegen Spanien stehen beide Trainer im Visier der Boulevard-Presse.

Kein Spiel ohne Druck. Das "Freundschaftsspiel" zwischen England und Spanien wird zum Krisengipfel hochgeredet, und auch bei Frankreich gegen Argentinien geht es um mehr als die Ehre. Während die Partie von Weltmeister Italien gegen Rumänien nach den Fan-Krawallen am vergangenen Wochenende und dem Tod des Polizisten Filippo Raciti abgesagt wurde, stehen andere führende Fußball-Nationen beim Großeinsatz heute mit insgesamt 20 Länderspielen weltweit mächtig unter Druck.

Vor allem für Spaniens Nationaltrainer Luis Aragones könnte das Spiel im Stadion Old Trafford von Manchester das letzte als verantwortlicher Coach sein. Im Falle einer Niederlage soll der eigenwillige Fußballlehrer den Verbandsbossen erneut seinen Rücktritt angeboten haben, nachdem die Spanier in der EM-Qualifikation bei Niederlagen in Nordirland und Schweden einen desolaten Eindruck hinterließen und um die Teilnahme an der Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz zittern müssen.

Spanien weiter ohne Raul

Trotz der prekären Situation verzichtet Aragones erneut auf den früheren Kapitän Raul und vertraut im Angriff neben David Villa auf Fernando Morientes und Fernando Torres. "Wir wollen zeigen, dass wir besser sind als wir zuletzt gespielt haben, und uns Selbstvertrauen für das nächste Qualifikationsspiel im März gegen Dänemark holen", erklärte Torres trotzig.

Auch für Englands neuen Teammanager Steve Mcclaren ist die Partie nach nur sieben Punkten aus vier Qualifikationsspielen von großer Bedeutung. "Für mich gilt das Gleiche wie für alle anderen Trainer: Nur bei Erfolgen hat man Argumente", weiß Mcclaren, der nach der WM im Vorjahr in Deutschland die Nachfolge des Schweden Sven-Göran Eriksson angetreten hatte.

Gerrard fordert mehr Geduld ein

Mittelfeldspieler Steven Gerrard, der den verletzten Abwehrchef John Terry als Kapitän vertritt, machte sich für Mcclaren stark. "Gebt unserem Coach eine Chance", forderte Gerrard: "Wir brauchen nur ein bisschen Zeit, um uns einzuspielen." Gegen Spanien müssen die Engländer neben Terry allerdings auch ohne Owen Hargreaves vom deutschen Meister Bayern München auskommen, der seine Absage mit mangelnder Fitness begründete. Zudem fehlen Joe Cole und der Langzeitverletzte Michael Owen. Dafür steht Wayne Rooney nach überstandener Rückenverletzung wieder bereit.

Vize-Weltmeister Frankreich, der in der EM-Qualifikation beim 0:1 in Schottland bereits ebenfalls schwächelte, freut sich im Stade de France in St. Denis unterdessen auf ein großes Fußball-Fest gegen Argentinien. "Gegen diesen Gegner ist jeder Spieler motiviert, und für die Zuschauer ist es ein großes Spektakel", meinte Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech, den jedoch Sorgen in der Abwehr plagen. William Gallas fällt definitiv verletzt aus, der Einsatz von Lilian Thuram ist fraglich. Das letzte Kräftemessen zwischen Frankreich und Argentinien liegt über 20 Jahre zurück. 1986 siegte die "Equipe Tricolore" mit 2:0.

Bei den Argentiniern hofft Nationaltrainer Alfio Basile nach einem ernüchternden Einstand hingegen auf den ersten Sieg unter seiner Regie. Basile, der nach dem WM-Aus im Achtelfinale gegen Deutschland Jose Pekerman ablöste, verlor zu Beginn seiner zweiten Amtszeit bei den "Gauchos" gegen Brasilien und in Spanien.

Zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Bondscoach Guus Hiddink kommt es bei der Partie zwischen den Niederlanden und Russland. Georgiens Nationaltrainer Klaus Toppmöller empfängt mit seinem Team die Türkei. Die Tschechen, am 24. März in Prag der nächste Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation, stehen in Belgien auf dem Prüfstand.

© SID

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