Fußball International
Toppmöller macht "jetzt erstmal eine Pause"

Klaus Toppmöller wird nach seinem Abschied von der georgischen Nationalmannschaft zunächst pausieren. "Zu 99,9 Prozent werde ich in diesem Jahr keinen Job annehmen", so der Coach.

Familie statt Fußball heißt das neue Motto von Klaus Toppmöller. Denn nach 28 turbulenten Monaten als Trainer der georgischen Nationalmannschaft legt der Coach im Jahr 2008 eine Fußball-Pause ein. "Zu 99,9 Prozent werde ich in diesem Jahr keinen Job mehr annehmen. Ich bin Großvater geworden und möchte mich jetzt mehr um meine Familie kümmern. Ich werde im August 57, ein Alter, in dem man einige seine Schulfreunde bereits wegsterben sieht. Deshalb mache ich jetzt erstmal eine Pause", sagte Toppmöller im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Am Montag und Dienstag dieser Woche hatte sich Toppmöller in Frankfurt/Main gemeinsam mit seinem Anwalt ein letztes Mal mit den Verbandsoffiziellen des georgischen Fußball-Verbandes GFF getroffen. Thema waren die seit November des vergangenen Jahres weiterhin ausstehenden Monatsgehälter.

Toppmöller wollte auf "30 Prozent" des Salärs verzichten

"Sie haben sich schriftlich verpflichtet, die Gehälter zu zahlen. Ob das wirklich passiert, weiß ich nicht, ich bin ja kein Jurist. Mein Anwalt hat aber gesagt, dass er die Fifa anschreiben wird, da es trotz mehrmaliger Anmahnungen immer noch Gehaltsrückstände gibt", sagte Toppmöller, der zuletzt nach eigenen Angaben sogar auf "30 Prozent" seines Salärs verzichten wollte.

Trotz der pekuniären Probleme blickt Toppmöller aber auch mit einem weinenden Auge zurück auf seine knapp zweieinhalb Jahre als georgischer Coach. "Der Staatspräsident ist mein Freund, für die Menschen in Georgien war ich ein Volksheld. Wir haben dort in Sachen Scouting und Trainerausbildung einiges aufgebaut. Deshalb ist es schade, dass es jetzt so zu Ende gegangen ist. Ich werde dem Verband weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen", meinte Toppmöller, der glücklich darüber ist, dass sich beide Parteien nach den Gesprächen in Frankfurt zu Wochenbeginn "weiter in die Augen schauen können."

Dass es mit den Georgiern auch sportlich nicht so erfolgreich lief wie erhofft, daraus macht Toppmöller keinen Hehl. "Es ist aber auch unheimlich schwer, wenn einem die besten Spieler wegen ihrer Verpflichtungen in den Klubs nie zur Verfügung stehen. Oder wenn bei einem Auswärtsspiel drei Spieler kein Visum haben. Organisatorisch gibt es in den kleineren Fußball-Nationen immer noch erhebliche Probleme", meinte Toppmöller.

© SID

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