Fußball International
Türkische Medien wettern gegen Fifa-Urteil

Türkische Medien haben auf das Urteil des Weltverbandes Fifa mit drastischen Vergleichen reagiert. "Die Fifa hat die Türkei gekreuzigt", schrieb beispielsweise die Sportzeitung Türkspor.

Das Urteil des Weltverbandes Fifa hat die Diskussionen um das Skandalspiel in der WM-Qualifikation zwischen der Türkei und der Schweiz neu entfacht. Die Medien in der Türkei reagierten mit teils drastischen Vergleichen. "Die Fifa hat die Türkei gekreuzigt", schrieb die Sportzeitung Türkspor. "Sepp Blatter hat den Abzug gedrückt", befand Aksam. Zudem wird das Urteil als Versuch gewertet, die Türkei von der EM 2008 in Österreich und der Schweiz auszuschließen. Nicht nur deshalb kündigten der türkische Verband aber auch führende Politiker des Landes an, dass man gegen dieses Urteil Protest einlegen werde.

In den Medien wurde ohnenhin kein gutes Haar an der Fifa gelassen. "Dieses Urteil kommt einem Ausschluss gleich", zürnte Sabah, "die Fifa will uns nicht in der Schweiz haben." Das Blatt druckte zudem die Telefon- und Faxnummern der Fifa ab und rief die Leser auf, Protestbriefe an den schweizerischen Präsidenten des Weltverbandes zu schicken.

"Die Fifa hat das Maßübertroffen"

Der Star ergänzte: "Die Fifa hat das Maßübertroffen. Uns stehen die Nackenhaare hoch. So eine harte Strafe hat die Türkei nicht verdient." Ohne Grund seien auch die Zuschauer bestraft worden. "Die Gewissenlosen", titelte die Sportzeitung Fanatik. Auch die große seriöse Tageszeitung Hürriyet bezeichnete die Entscheidung als "herzloses Urteil. Ihr hättet uns auch gleich aufhängen können."

Der Disziplinarausschuss der Fifa hatte nach seiner zweitägigen Sitzung am Dienstag in Zürich entschieden, dass die Türkei die kommenden sechs Heimspiele in der EM-Qualifikation auf neutralem Boden und mindestens 500 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt sowie unter Ausschluss der Fans bestreiten muss. Zudem wurde gegen den Verband eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 130 000 Euro verhängt. In der umstrittenen Partie am 16. November 2005 in Istanbul war es zu heftigen Handgreiflichkeiten zwischen Spielern und Betreuern beider Mannschaften gekommen.

Türkei kündigt Revision an

Haluk Ulusoy, Präsident des türkischen Fußball-Verbandes kündigte derweil an, in Revision gehen zu wollen. "Das Urteil hat uns schockiert. Wir werden Einspruch einlegen und durch alle Instanzen gehen", sagte Ulusoy, der erst vor zwei Wochen an die Verbandsspitze gewählt worden war.

Sportminister Mehmet Ali Sahin räumte zwar ein, dass es richtig sei, die Türkei wegen der Vorkommnisse zu bestrafen, "aber das ist zu hart. Dieses Urteil ist politisch - und wir werden es so nicht annehmen. Die türkische Regierung und der Fußball-Verband werden alles dafür tun, dass dieses Urteil rückgängig gemacht wird", sagte Sahin.

Deutlich gemäßigter reagierte der in Diensten des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern stehende türkische Nationalspieler Halil Altintop: "Es ist eine harte Strafe, aber wir müssen damit leben." Es sei bitter, sechs Heimspiele ohne Zuschauer spielen zu müssen, erklärte er und fügte hinzu: "Das, was hinterher daraus gemacht wurde, war allerdings ein bisschen übertrieben, denn schließlich gehören da immer zwei dazu. Wir müssen jetzt mit guten Ergebnissen wieder für positive Schlagzeilen sorgen."

© SID

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