Fußball International
Uefa unterstützt Fifa im Streit mit "G14"

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) stellt sich im Streit der Fifa mit der "G14" an die Seite des Fußball-Weltverbandes. Die 18 einflussreichsten Klubs in Europa fordern von der Fifa 860 Mill. Euro Entschädigung.

Die einst zerstrittenen Fußball-Verbände Fifa und Uefa gehen Schulter an Schulter gegen die "G14" zu Werke. Nachdem der Zusammenschluss der 18 einflussreichsten Vereine in Europa, darunter auch die Bundesligisten Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, vom Weltverband Fifa eine Entschädigung in Höhe von 860 Mill. Euro gefordert hatte, unterstützt nun demonstrativ die Europäische Fußball-Union (Uefa) die Fifa.

Durch die einstimmige Annahme einer Resolution brachten die 52 Mitgliedsverbände auf dem Kongress in Budapest ihre Solidarität sowie ihre Unterstützung für bestehende Strukturen und die Uefa-Wettbewerbe zum Ausdruck. Die Entschließung richtet sich gegen die angestrebte Hegemonie der großen Klubs.

"Keine geschlossene Gesellschaft"

In der Resolution des Uefa-Exekutiv-Komitees heißt es unter anderem: "Im Fußball geht es um Fairness, Möglichkeiten, Spannung und Vielseitigkeit. Der Fußball ist keine geschlossene Gesellschaft, in der nur die reichsten und mächtigsten an den Tisch gebeten werden."

Mit Blick auf das aktuelle Streitthema im europäischen Klubfußball sagte Uefa-Präsident Lennart Johansson am Donnerstag: "Mit welchem Recht dürfen zum Beispiel Mitglieder einer kleinen Gruppe von Vereinen die fundamentalen Prinzipien der Demokratie in Frage stellen, indem sie sich pompös zur Stimme der Klubs ausrufen? Und warum sollten sie einen festen Anteil an den Erlösen der Wettbewerbe zugestanden bekommen, obwohl ihre Teilnahme solange nicht garantiert werden kann, solange die sportlichen Resultate die entscheidende Rolle spielen?"

Der schwedische Uefa-Boss führte weiter aus: "Offensichtlich haben sie vergessen, dass die Uefa und die nationalen Verbände keine getrennten Einheiten darstellen, sondern, dass die Klubs ein Teil dieser Organisationen sind und die Möglichkeit haben, sich dort Gehör zu verschaffen."

"Ich denke, es ist ungerecht"

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter appellierte in Budapest. "Fußball ist eine Schule des Lebens und gibt uns Hoffnung, er basiert auf Respekt und Disziplin", erklärte er. "Die wunderbare Pyramide des Fußballs droht zusammenzustürzen wegen des elitären Benehmens einiger. Ist das Respekt? Ich denke, es ist ungerecht."

Kein Geringerer als Frankreichs Fußball-Idol Michel Platini, der gerne Anfang 2007 Nachfolger von Johansson werden möchte, hatte zuvor die "Gierigen 14" heftig attackiert und ihnen Raffzahn-Mentalität vorgeworfen. "Die großen Vereine wollen immer mehr Geld. Sie sehen den Sport nur als Mittel, um noch mehr Geld zu scheffeln. Diese Philosophie vertreten wir nicht", erklärte der Europameister von 1984, der möglicherweise gegen "Kaiser" Franz Beckenbauer um das Uefa-Präsidenten-Amt kandidieren wird.

Für Platini ist es nach wie vor eine besondere Ehre für die Stars, für ihre Nationalteams zu spielen. "Es ist lächerlich! Die Spieler wollen doch für die Nationalteams auflaufen. Und die Länderspiele sind insofern für die Klubs wichtig, weil sich dadurch der Marktwert der Spieler steigert", so Platini, der im Exekutivkomitee von Fifa und Uefa vertreten ist. Der einstige Mittelfeld-Stratege von Juventus Turin räumte zwar ein, dass die Forderung nach Ausgleichszahlungen bei Verletzungen nachzuvollziehen seien, "aber ich bin strikt gegen eine prinzipielle Kompensation".

"G14" unterstützt SC Charleroi

Die "G14" stellt sich beim laufenden Prozess auf den Standpunkt, dass die geforderte Summe den Schaden widerspiegele, den die 18 Klubs in den vergangenen zehn Jahren erlitten hätten, weil sich einige ihrer Nationalspieler bei Länderspielen verletzt hatten. Die 18 europäischen Top-Klubs unterstützen die Klage des belgischen Erstligisten SC Charleroi gegen die Fifa. Der Verein fordert vom Weltverband 615 955 Euro Entschädigung, weil sich sein marokkanischer Mittelfeldspieler Abdelmajid Oulmers bei einem Länderspiel gegen Burkina Faso im November 2004 schwer verletzt hat.

Laut Artikel 37 der Fifa-Statuten sind die Klubs verpflichtet, ihre Nationalspieler kostenlos für Länderspiele abzustellen. Gegen diese Vereinbarung laufen inzwischen immer mehr Vereine Sturm. Die "G14" sieht in der Klausel eine Verletzung des europäischen Wettbewerbsrechts, die Fifa missbrauche ihre Monopolstellung.

© SID

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