Fußball International
Vogts neuer Nationaltrainer Aserbaidschans

Berti Vogts wird zukünftig als Nationalcoach in Aserbaidschan auf der Bank sitzen. Der Ex-Bundestrainer unterschrieb bis 2009 und wird die Elf bei der WM-Quali betreuen.

Der 61-jährige Berti Vogts hat den Trainervertrag in Aserbaidschan nun doch unterzeichnet. Der Deutsche bleibt laut Kontrakt bis Dezember 2009 in Aserbaidschan. Bis dahin läuft die Qualifikation für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika, in der Aserbaidschan in der Gruppe vier auf den dreimaligen Weltmeister Deutschland, Russland, Finnland, Wales und Liechtenstein trifft.

"Wir wollen von Deutschland lernen und Russland ein bisschen ärgern", sagte Vogts dem sid. Vogts wird Nachfolger des Mazedoniers Gjoko Hadzievski, der nach der missglückten EM-Qualifikation Aserbaidschans entlassen worden war. Die WM-Qualifikationsspiele gegen das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) finden am 19. August in Aserbaidschan sowie am 9. September in Deutschland statt.

Fünfte Station als Nationalcoach

Es ist für den Weltmeister von 1974 die insgesamt fünfte Station als Nationalcoach. Nach acht Jahren als sportlich Hauptverantwortlicher für das A-Team, das er 1996 in England zum Europameistertitel führte, heuerte Vogts in Kuwait, Schottland und Nigeria an. Am 20. Februar hatte der langjährige Außenverteidiger von Borussia Mönchengladbach seinen bis zur WM 2010 in Südafrika datierten Vertrag beim nigerianischen Verband wegen unüberbrückbarer Differenzen gekündigt.

Vogts sieht sich in der ehemaligen Teilrepublik der früheren Sowjetunion vor allem als Aufbauhelfer. "Ich will dem Verband helfen und vor allem im Unterbau neue Strukturen schaffen", sagte Vogts weiter. Der aserbaidschanische Verband Azeri FA hatte die Einigung bereits am vergangenen Sonntag verkündet, der Fußball-Lehrer nahm sich allerdings noch einige Tage Bedenkzeit.

Vogts beobachtete Aseris in Litauen

Vogts nahm die Auswahl Aserbaidschans, derzeit 119. der Weltrangliste, vor neun Tagen beim 0:1 in Vilnius gegen Litauen bereits in Augenschein. Eine Bewertung der aserbaidschanischen Nationalmannschaft gibt der einstige "Terrier vom Bökelberg" nicht ab.

Das Nationalstadion Aserbaidschans trägt übrigens einen Namen, der auch in Deutschland immer noch vielen Fans in unrühmlicher Erinnerung ist. Das Tofik-Bachramow-Stadion in Baku ist nach jenem graumelierten sowjetischen Schiedsrichter-Assistenten benannt, der 1966 im WM-Endspiel in London gegen England (2:4 n.V.) den Schuss von Geoff Hurst, der von der Unterkante der Latte auf die Torlinie prallte, hinter der Linie sah. Schiedsrichter Gottfried Dienst (Schweiz) erkannte daraufhin das berühmte Wembley-Tor zum 3:2 der Engländer an.

Der 8,5 Millionen Einwohner zählende Staat Aserbaidschan am Kaspischen Meer erklärte am 18. Oktober 1991 seine Unabhängigkeit. Seit 1994 ist Aserbaidschan Mitglied des Weltverbandes Fifa und des Kontinental-Verbandes Uefa, konnte sich aber in bislang sieben Versuchen weder für eine WM noch für eine EM qualifizieren.

Das erste Länderspiel bestritt Aserbaidschan am 17. September 1992 beim 3:6 in Georgien. Der bislang höchste Sieg gelang am 5. Juni 1999 in der Hauptstadt Baku mit 4:0 gegen Liechtenstein, das ebenfalls zu den Gegnern in der WM-Qualifikation gehört.

© SID

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