Fußball Italien
37 Personen droht Manipulations-Prozess in Italien

Die Staatsanwaltschaft von Neapel hat ihre Ermittlungen im italienischen Manipulationsskandal abgeschlossen. Für insgesamt 37 Personen könnten die Justizbehörden die Eröffnung eines Prozesses beantragen.

Langsam nähert sich die Aufarbeitung des italienischen Manipulationsskandals ihrem Ende: Die Staatsanwaltschaft von Neapel hat ihre Ermittlungen abgeschlossen. Auf der schwarzen Liste der Ermittler stehen insgesamt 37 Personen, für die der Staatsanwalt die Eröffnung eines Prozesses beantragen könnte. Dies teilten die neapolitanischen Justizbehörden am Dienstag mit. Die Ermittlungen der Justizbehörden in Neapel machen den Hauptteil von vier verschiedenen Justizuntersuchungen aus, die derzeit im italienischen Fußball-Skandal laufen.

Auf der Liste der Ermittler stehen unter anderem der zurückgetretene Sportdirektor von Juventus Turin, Luciano Moggi, der als Drahtzieher des Skandals gilt. Moggi wird eine systematische Manipulation der Meisterschaft 2004/2 005 zu Gunsten des italienischen Rekordmeisters vorgeworfen. Vor allem mit Hilfe korrupter Schiedsrichter soll der 68-Jährige die Liga beeinflusst haben. Moggi hat vor einem Monat unmittelbar nach dem Gewinn des Scudetto seinen Rücktritt erklärt.

Den ehemaligen Schiedsrichter-Koordinatoren Paolo Bergamo und Luigi Pairetto, denen ebenfalls ein Prozess wegen Sportbetrugs droht, soll Moggi vorgeschrieben haben, welcher Schiedsrichter die Juve-Spiele pfeift. Dazu sollen die beiden Koordinatoren sogar die öffentliche Ziehung manipuliert haben.

Ex-Juve-Geschäftsführer geht auf Distanz zu Moggi

Ein Prozess droht auch dem Ex-Geschäftsführer von Juventus Turin, Antonio Giraudo, der diese Woche mehrere Stunden lang vernommen worden war. Vor dem vom italienischen Fußballverband Figc zur Klärung des Skandals beauftragten Staatsanwalt, Francesco Saverio Borrelli, ging Giraudo von Moggi auf Distanz. "Ich wusste nicht genau, was Moggi alles tat", sagte Giraudo.

Er gab Kontakte zu den Schiedsrichter-Koordinatoren zu, er bestritt jedoch vehement, die Meisterschaft beeinflusst zu haben. Wegen Giraudos Verwicklung im Skandal droht Juventus Turin den Abstieg in die Serie B.

Auf der schwarzen Liste der neapolitanischen Ermittler stehen unter anderem der zurückgetretene Präsident des italienischen Schiedsrichterverbands, Tullio Lanese, der italienische WM-Schiedsrichter Massimo de Santis, der wegen seiner Verwicklung in die Affäre nicht nach Deutschland reisen durfte, der Ex-Verbandschef Franco Carraro und mehrere Klubchefs, darunter der Präsident von Lazio Rom, Claudio Lotito, der Chef des AC Florenz, Diego della Valle, und der Präsident von Sampdoria Genau, Riccardo Garrone. Bisher war noch nicht bekannt, dass auch Garrone in den Sog des Skandals geraten war.

© SID

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