Fußball Italien
Deschamps nicht mehr Juve-Coach

Trotz des Gewinns der Zweitliga-Meisterschaft hat Coach Didier Deschamps beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin aufgegeben: "Die Grundlagen für eine beiderseitig zufriedenstellende Arbeit seien nicht gegeben."

Didier Deschamps ist als Trainer des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin trotz einer erfolgreichen Saison zurückgetreten. Das bestätigte der Rückkehrer in die Serie A am Samstag nach dem Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft. "Der Trainer und der Klub haben festgestellt, dass die Grundlagen für eine beiderseitig zufriedenstellende Arbeit nicht mehr gegeben sind. Deswegen haben beide Seiten in freundschaftlicher Atmosphäre entschieden, dass Vertragsverhältnis zu beenden", hieß es in einem Statement des Vereins. Am Montag gab Juventus bekannt, dass Assistenztrainer Giancarlo Corradini die Mannschaft in den zwei verbleibenden Saisonspielen betreuen wird.

Über die Gründe für die Trennung gibt es nur Gerüchte. So soll es Meinungsverschiedenheiten zwischen Trainer und Klubführung in Sachen Personalplanung gegeben haben. Auch Kritik an der Art des Fußballs, den der französische Weltmeister von 1998 spielen ließ, soll es gegeben haben.

Deschamps, 1996 Champions-League-Sieger mit dem einstigen italienischen Vorzeige-Klub, hatte Juve nach dem Zwangsabstieg 2006 auf direktem Weg wieder in die Serie A zurückgeführt. Am Samstag holte Juventus, noch mit Deschamps auf der Bank, mit einem 2:0 (0:0) gegen den AC Mantova zwei Spieltage vor dem Saisonende den Meistertitel in der Serie B.

Lippi gilt als möglicher Nachfolger

Wegen maßgeblicher Verwicklung in den Manipulationsskandal war der italienische Rekordchampion 2006 nach der WM in Deutschland zum Zwangsabstieg verurteilt und für die laufende Spielzeit mit neun Minuspunkten belastet worden.

Als Nachfolger ist Marcello Lippi im Gespräch. Nach Angaben italienischer Medien vom Pfingstmontag unterbreitete Juve dem Weltmeister-Coach von 2006 bereits ein Angebot. Seit dem WM-Sieg in Berlin vor zehn Monaten hat der 54-Jährige keinen Klub mehr betreut.

Lippi hatte als Grund dafür stets angegeben, sein Sohn Davide stehe im Juni wegen seiner Verwicklung im Skandal um die Spielervermittlungsgesellschaft GEA vor Gericht. Bis sein Sohn seine Probleme mit der Justiz nicht gelöst habe, wolle er vom Spielfeld fern bleiben.

Chancen auch für Vialli und Casiraghi

Lippi hatte zwischen 1994 und 1999 mit Juventus drei italienische Meisterschaften, einmal den nationalen Pokal, einmal die Champions League, den europäischen Supercup und den Weltpokal gewonnen. Nach einem Intermezzo bei Inter Mailand holte er zwischen 2001 und 2004 zwei weitere nationale Titel.

Als Alternative zu Lippi wird der ehemalige italienische Nationalspieler Gianluca Vialli gehandelt. Chancen werden auch dem derzeit arbeitslosen ehemaligen italienischen U21-Nationaltrainer Claudio Casiraghi eingeräumt.

© SID

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