Fußball Italien
"Dino Nazionale" feiert 65. Geburtstag

Dino Zoff feiert heute seinen 65. Geburtstag. Seinen größten Erfolg feierte Italiens Torwart-Ikone mit dem WM-Titel 1982 nach einem 3:1-Finalsieg über die deutsche Auswahl.

Die Oma hat im "Fall Dino Zoff" maßgeblichen Anteil an der Weltkarriere ihres Enkels. Seine Erfolge hat der Sohn eines Landwirtes aus Mariano del Friuli zwar einerseits seinem unbändigen Ehrgeiz zu verdanken, aber nicht zuletzt auch der Eierkur seiner Großmutter Adelaid.

Weil er im Alter von 14 Jahren nur 1,60 Meter groß war, verschrieb ihm seine Oma täglich acht Eier. Mit Erfolg: Zoff wuchs nochmal um 22 Zentimeter, gab mit 19 Jahren seinen Posten als Automechaniker auf, um Profi zu werden, und wuchs als Weltklasse-Torwart schließlich über sich hinaus.

Als Gentleman beliebt

Am heutigen Mittwoch vollendet der ehemalige Zerberus und Trainer der Squadra Azzurra sein 65. Lebensjahr. Auf dem Apennin gilt Zoff als Gentleman und wird als integre Persönlichkeit allseits geschätzt.

Es war der 11. Juli 1982, als Zoff nach einer langen und erfolgreichen Karriere am Ende seiner Träume angelangt war. Nach dem 3:1 im WM-Endspiel gegen Deutschland reckte die Torwart-Ikone den Weltpokal in die Höhe, und seine Augen leuchteten wie die eines kleinen Kindes. Dabei war der Rekordsammler bei seinem größten Triumph schon 40 Jahre alt. Spätestens an jenem Tag in Madrid hatte sich "Dino Nazionale" nicht nur in Italien, sondern in der gesamten Fußball-Welt ein Denkmal gesetzt.

"Es war ein wunderbares Finale"

"Es war ein unvergesslicher Augenblick, es war ein wunderbares Finale", erinnert sich Zoff, der im Endspiel nur einmal von Paul Breitner bezwungen wurde. Ein Jahr später beendete er seine 22 Jahre dauernde Profi-Karriere: "Es gibt eine Sache, gegen die man nicht ankämpfen kann - und das ist das Alter."

Dass sich "Dino Nazionale" allerdings seiner Haut auch zu wehren weiß, diese Erfahrung mussten Diebe machen, die Zoff im November vergangenen Jahres überfielen. Der ehemalige Weltklasse-Torwart setzte sich heftig zur Wehr und handelte sich dabei sogar ein blaues Auge ein. Gegen die Übermacht der vier Gangster war er allerdings machtlos und musste den Dieben 1 000 Euro in bar, eine goldene Uhr und seine Handys aushändigen.

Schon zu Lebzeiten unsterblich

Doch vor allem seine Taten als Torhüter haben Zoff schon zu Lebzeiten fast unsterblich gemacht. Einige Rekorde bleiben wohl für die Ewigkeit. Zwischen dem 20. September 1972 und dem 15. Juni 1974 blieb Zoff in 1 143 Länderspielminuten ohne Gegentor, worauf ihm die Newsweek den Titel "World"s Best" verlieh. Für Turin stand er 330-mal ohne Unterbrechung zwischen den Pfosten. Insgesamt bestritt er 570 Partien in der Serie A sowie 112 Länderspiele - nur Paolo Maldini und Gianluca Pagliuca kommen in Italien auf mehr Einsätze. Zoff stand während seiner Karriere in Diensten von Udinese Calcio, Mantua Calcio, SSC Neapel und Juventus Turin.

In seiner Zeit von 1972 bis 1983 in Turin betätigte sich Zoff zudem als wahrer Titelsammler: Sechsmal wurde der Familienvater mit "Juve" Meister, zweimal holte er den italienischen Pokal, einmal den Uefa-Cup. Nach dem WM-Titel 1982 wurde ihm in Italien sogar eine Sonderbriefmarke gewidmet.

Kritik nach verlorenem EM-Finale

Dabei hat sich Zoff auch als Trainer profiliert: 1990 gewann er mit Juventus Turin den Uefa-Pokal. 2000 führte er die "Squadra Azzurra" als Nationalcoach zur Vize-Europameisterschaft, trat aber nach der unglücklichen 1:2-Endspielniederlage gegen Frankreich durch das Golden Goal von David Trezeguet zurück. Trotz des Erreichens des Finales war in den italienischen Gazetten heftige Kritik an Zoff geübt worden.

© SID

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