Fußball Italien
Ermittlungen in Turin und Mailand beginnen

Im Land des Weltmeisters kehrt keine Ruhe ein. "Juve"-Sportdirektor Luciano Moggi muss sich wegen des Manipulationsskandals verantworten und gegen die Mailänder Großklubs wird wegen möglicher Bilanzfälschung ermittelt.

Die Fußball-Skandale in Italien reißen nicht ab. Während im Land des Weltmeisters beim ersten Prozess um den Manipulationsskandal gegen Juventus-Sportdirektor Luciano Moggi in den kommenden Wochen rund 400 Zeugen aussagen sollen, rücken die Mailander Großklubs wegen gefälschter Bilanzen ins Fadenkreuz der Ermittler. Die Vereine sollen Spieler zu hoch bewertet haben, um ihre Etats auszugleichen.

"Ich bin absolut ruhig, weil Inters Bilanzen in Ordnung sind. Die Staatsanwaltschaft und die Steuerpolizei haben das Recht zu ermitteln, wir werden uns verteidigen", sagte Inter-Präsident Massimo Moratti. Laut Staatsanwalt Carlo Nocerino hätte Inter die Lizenz für die Spielzeit 2005/06 aufgrund seiner Schulden nicht erhalten dürfen. Ausgerechnet also für die Saison, in der die Nerazzurri den Meistertitel wegen des Maniplationsskandals um Rekordmeister Juventus Turin am grünen Tisch erhalten hatten.

Ermittlungen auch gegen AC Mailand

Gegen den Vizepräsidenten des Erzrivalen AC, Adriano Galliani, laufen ebenfalls Ermittlungen. So sollen die beiden Vereine sich nicht nur gegenseitig Spieler zu überhöhten Preise zugeschoben haben, sondern auch an kleinere Klubs abgegeben haben. Die weitgehend unbekannten Akteure tauchten dann angeblich zu einem Vielfachen des eigentlichen Marktwertes in den Bilanzen auf.

Moratti und Galliani müssen in den kommenden Wochen vor Gericht, zunächst allerdings nur als Zeugen gegen Luciano Moggi und seinen Sohn Alessandro. Juve-Star Alessandro Del Piero, der frühere Nationaltrainer Marcello Lippi und Milan-Trainer Carlo Ancelotti sind weitere prominente Zeugen gegen den Drahtzieher im Manipulationsskandal.

Die Moggis müssen sich zunächst wegen illegaler Praktiken der Spielervermittlungsagentur GEA verantworten. Angeklagt sind darüber hinaus GEA-Geschäftsführer Francesco Zavaglia und die Moggi-Mitarbeiter Francesco Ceravolo sowie Davide Lippi, Sohn von Marcello Lippi. Ihnen werden Gewalt und Einschüchterungsaktionen gegen einige Spieler sowie Verletzung der Wettbewerbsregeln vorgeworfen.

Mandanten für den Sohn

Moggi Senior wird beschuldigt, seine Position als Juve-Manager ausgenutzt zu haben, um der inzwischen aufgelösten GEA seines Sohnes Mandanten zu verschaffen. Bei Transferverhandlungen soll er Spielern nahe gelegt haben, sich von seinem Sohn vertreten zu lassen, um ihre Chancen auf einen guten Vertrag bei Juventus zu verbessern.

Wegen der Manipulation der italienischen Meisterschaft 2004/05 zu Gunsten von Juventus muss sich Moggi zunächst noch nicht verantworten. Zwar wurde der 68-Jährige vor knapp einem Jahr mit einem fünfjährigen Berufsverbot belegt, die strafrechtliche Verfolgung läuft hingegen noch. Die neapolitanische Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Moggi noch nicht abgeschlossen.

© SID

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