Fußball Italien
"Ethischer Kodex" für italienische Referees

Als Konsequenz aus dem Manipulationsskandal im italienischen Fußball hat der ehemalige Spitzen-Referee Luigi Agnolin strenge Regeln für die Schiedsrichter verfasst. Ein 13-seitiges Statut muss unterzeichnet werden.

Der italienische Fußball hat auf die Verwicklung der Schiedsrichter in den verheerenden Manipulationsskandal reagiert und ein Statut für die Männer in schwarz erarbeitet. Der Präsident der Schiedsrichtervereinigung, Ex-Spitzen-Referee Luigi Agnolin, hat strenge Regeln verfasst, um Interessenskonflikte bei den Unparteiischen zu bekämpfen und Absprachen vorzubeugen. Es wurden strikte Verhaltensregeln erlassen, weil über 30 italienische Schiedsrichter in den Skandal verwickelt waren.

"Ethischer Kodex" mit 35 Artikeln

Das 13-seitige Statut besteht aus 35 Artikeln und muss von den Schiedsrichtern unterzeichnet werden. "Die Schiedsrichter haben die Pflicht, ihre Unabhängigkeit zu bewahren", heißt es im ersten Artikel. Laut des "ethischen Kodexes", der von Agnolin mit Hilfe von Rechtsexperten und einem Psychologen verfasst wurde, verpflichten sich die italienischen Schiedsrichter, keine Entscheidungen zu treffen, die zu Interessenskonflikten führen könnten.

Die Unparteiischen dürfen keine Verbindungen zu Personen, oder Organisationen pflegen, deren Interessen jenen des Fußball- und Schiedsrichterverbandes widersprechen. Der Schiedsrichter darf zudem keine Geschenke, Rabatte oder Dienstleistungen annehmen, die mehr als rein symbolischen Wert haben.

Distanz zu Mitgliedern von Klubs gefordert

Die Referees müssen die Schiedsrichtervereinigung über ihre Arbeitsverhältnisse informieren. Sie dürfen in keiner Weise an Treffen, Abendessen, Seminaren und Reisen mit Mitgliedern von Fußballklubs teilnehmen. Auch zu Journalisten sollen die Beziehungen auf ein Minimum reduziert werden.

Zu den Schiedsrichtern, die am schlimmsten in den Sog des Skandals geraten waren, zählte der italienische Star-Referee Massimo De Santis, der im Juli zu einem vierjährigen Berufsverbot verurteilt worden war. Wegen seiner Verwicklung in der Affäre durfte De Santis nicht an der WM in diesem Jahr in Deutschland teilnehmen.

© SID

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