Fußball Italien
Fifa will Di Canio ans Leder

Der Fußball-Weltverband Fifa hat vom italienischen Verband die Akte des Falles Paolo Di Canio angefordert und erwägt Sanktionen gegen den italienischen Profi, der mehrfach durch seine rassistischen Gesten auffiel.

Nachdem Paolo Di Canio vom italienischen Verband für seinen rassistischen Gruß in der Partie gegen Juventus Turin für ein Spiel gesperrt wurde und zusätzlich mit einem Bußgeld von 8 000 Euro belegt wurde, droht dem Profi von Lazio Rom nun auch Ungemach seitens des Fußball-Weltverbandes Fifa. Die Fifa hat am Donnerstag beim italienischen Verband die Akte des Falles Di Canio angefordert und will prüfen, ob der Kapitän der Römer aufgrund des 2004 verabschiedeten Ethik-Kodex sowie der einschlägigen Disziplinarbestimmungen für seine rassistischen Gesten zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Keine Einsicht bei Di Canio

Im Spiel gegen Juventus Turin hatte sich der Römer am vergangenen Samstag bei seiner Auswechslung im Olympiastadion von den Fans mit dem von den Faschisten benutzten römischen Gruß verabschiedet. Von der Strafe für ein Spiel und 8 000 Euro Geldbuße zeigte sich Di Canio unbeeindruckt.

"Ich werde auch weiter so grüßen. Dann werden sie mich nach jedem Spiel verurteilen müssen", meinte der Spieler in einem Fernsehinterview. "Jeder kennt meine Ideen. Der römische Gruß ist Geschichte, und wenn wir das bestreiten wollen, müssen wir aus Rom mehrere Statuen entfernen", sagte Di Canio.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte am Dienstag in Zürich ein härteres und einheitliches Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung angekündigt. Er hielt dabei fest, dass die Fifa im Januar 2006 in Zusammenarbeit mit Konföderationen und Verbänden eine entsprechende Doktrin verabschieden wolle. Lennart Johansson, Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hat Blatter in mehreren Telefongesprächen seine Unterstützung zugesichert.

© SID

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