Fußball Italien
Florenz-Tifosi legen aus Protest Zugverkehr lahm

Mit ersten Protestaktionen haben wütende Tifosi des AC Florenz drei Tage nach der Urteilsverkündung im Manipulationsskandal halb Italien lahm gelegt. Zudem unterstützten sie lauthals Klubchef Diego Della Valle.

Die Fans der vom Zwangsabstieg betroffenen Vereine in Italien wollen nichts unversucht lassen und möchten offenbar mit konzentrierten Protestaktionen das Urteil kippen. Gut 1 000 Anhänger des AC Florenz sorgten am Montagabend mit einer Blockade der Gleise am Bahnhof Campo di Marte in der toskanischen Metropole für ein Verkehrschaos auf der Strecke zwischen Rom und Mailand. 20 Fiorentina-Anhänger wurden wegen der Behinderung des Bahnverkehrs vorübergehend festgenommen und angezeigt.

Für die nächsten Tage bis zum Auftakt der Berufungsverhandlung, die nun erst am Samstag beginnen soll, haben vor allem die Fans von Lazio Rom ähnliche Aktionen angekündigt.

Die aufgebrachten Tifosi in Florenz bekamen auch Unterstützung von prominenter Stelle, besonders der weltbekannte Franco Zeffirelli sorgte für Aufsehen. Der Theater-, Opern- und Filmregisseur forderte die vorübergehende Schließung der berühmten Uffizien-Museen in Florenz, um den Protest der Stadt gegen den Zwangsabstieg zu verdeutlichen. Bürgermeister Leonardo Domenici jedoch mahnte die Tifosi zur Ruhe: "Es gibt rechtliche Wege, um gegen das Urteil vorzugehen. Die Massenproteste werden Florenz nicht helfen."

1 000 Fans verursachen Chaos

Rund 1 000 Fiorentina-Fans waren am Montagabend auf den Schienen Richtung Bahnhof gelaufen und hatten damit das Chaos verursacht. Alle Züge der Hauptverbindung Rom - Mailand mussten umgeleitet werden. Rund 20 000 Passagiere kamen mit starker Verspätung ans Ziel. Viele Fahrgäste mussten auf Bus und Bahn umsteigen, um überhaupt nach Hause zu kommen. Unter den Passagieren, die bei brütender Hitze stundenlang in den Zügen verharren mussten, wurden Wasserflaschen verteilt. Die Polizei war zwar vor Ort, verzichtete aber auf ein hartes Durchgreifen.

Eine zweite Gruppe von Fiorentina-Anhängern marschierte währenddessen zum Trainingsgelände der Nationalmannschaft in Coverciano nahe Florenz und riss die Flagge des Verbandes vom Fahnenmast. Dabei solidarisierten die Tifosi sich immer wieder mit Klubchef Diego Della Valle, der wegen Schiedsrichterabsprachen zu einem vierjährigen Berufsverbot verurteilt worden war.

Berufungsprozess ab Samstag

Inzwischen rüsten sich die Rechtsanwälte der verurteilten Klubs für den Berufungsprozess, der statt am Freitag nun erst am Samstagmorgen ab neun Uhr im römischen Luxushotel Parco dei Principi beginnen soll. Die Juristen des ebenfalls zum Zwangsabstieg verurteilten Rekordmeisters Juventus Turin wollen den Richtern ein Verteidigungsschreiben vorlegen, in dem Punkt für Punkt alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestritten werden. Die Anwälte hoffen, dadurch für Juve zumindest eine Reduzierung des 30-Punkte-Abzugs zu Beginn der Serie-B-Saison erreichen zu können.

Gegen eine milderes Urteil wehrt sich allerdings Staatsanwalt Stefano Palazzi, der für Turin den Abstieg sogar in die dritte Liga beantragt hatte und die nun verhängte Strafe für zu niedrig hält. Der Verband plant mit Blick auf die zu erwartenden Folgeprozesse vor dem Verwaltungsgericht in Rom bereits eine Verschiebung des für den 27. August geplanten Liga-Starts um einen Monat.

Derweil spekulieren die Medien immer heftiger über den bevorstehenden Ausverkauf der italienischen Weltmeister. Neuestes Gerücht: Der spanische Rekordmeister Real Madrid will Fabio Cannavaro, Gianluca Zambrotta und den Ex-Leverkusener Emerson im Paket von Juventus für 35 Mill. Euro verpflichten.

© SID

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