Fußball Italien
Italienischer Fußball laut Borrelli "verseucht"

Vor dem Beginn einer ausgedehnten Vernehmungsrunde hat Staatsanwalt Francesco Saverio Borrelli auf das riesige Ausmaß des Fußball-Skandals in Italien hingewiesen. "Es gibt ein Netz von Verstrickungen", sagte der Jurist.

Der Fußball-Skandal in Italien hat offenbar riesige Ausmaße: Dies zumindest behauptet Staatsanwalt Francesco Saverio Borrelli vor dem Beginn einer ausgedehnten Vernehmungsrunde. "Es gibt ein Netz von Verstrickungen zwischen wirtschaftlichen und sportlichen Interessen, die das Fußballsystem verseucht haben", sagte Borrelli. Der Staatsanwalt verglich den Manipulationsskandal mit der Korruptionsaffäre in der Politik, die er Anfang der 90er-Jahre aufgedeckt und die zum Rücktritt Dutzender prominenter Politiker geführt hatte.

Der ehemalige Oberstaatsanwalt in Mailand wird ab Montag mehrere Schiedsrichter vernehmen, die in den Sog der Affäre geraten sind. In Rom sollen die ehemaligen Schiedsrichterkoordinatoren Pierluigi Pairetto und Paolo Bergamo befragt werden, denen Absprachen mit dem italienischen Rekordmeister Juventus Turin vorgeworfen werden. Borrelli wird voraussichtlich am kommenden Freitag auch den zurückgetretenen Juve-Sportdirektor Luciano Moggi vernehmen. Moggi gilt als zentrale Figur der Affäre.

Auch Totti soll befragt werden

In der kommenden Woche soll auch der Chef des Erstligisten AC Florenz, Diego Della Valle, erneut befragt werden. WM-Teilnehmer Francesco Totti, der Kapitän von AS Rom, soll laut italienischer Medien dem Staatsanwalt ebenso Rede und Antwort stehen wie Nationalmannschaftskapitän Fabio Cannavaro von Juventus Turin.

Inzwischen laufen auch die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bilanzfälschungen gegen Rekordmeister Juventus auf Hochtouren. Die Staatsanwälte von Turin gehen davon aus, dass Ex-Geschäftsführer Antonio Giraudo mehrere Spielerverträge manipuliert hat, um durch erhöhte Angaben Schwarzgelder anzuhäufen. Der Sportprozess wegen der Schiedsrichteraffäre soll voraussichtlich in der ersten Juli-Hälfte in Rom beginnen.

© SID

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