Fußball Italien
Italiens Liga-Chef sorgt für Kopfschütteln

Wenig Verständnis für die Aussetzung der Meisterschaft hat Italiens Liga-Chef gezeigt. "Fußball ist eine Industrie, die einen gewissen Preis hat", meinte Antonio Matarrese in einem Zeitungsinterview.

Italiens Liga-Chef Antonio Matarrese hat mit sonderbaren Aussagen für Aufsehen gesorgt. Nach dem Tod eines Polizisten bei Fußball-Krawallen im sizilianischen Catania am Freitagabend protestierte Matarrese gegen die daraufhin vom Fußballverband beschlossene Aussetzung der italienischen Meisterschaft bis einschneidende Sicherheitsvorkehrungen ergriffen werden.

"Wir sind verbittert, aber die Show muss weitergehen. Die Toten im Fußballsystem sind Teil dieser großen Bewegung, die die Sicherheitskräfte nicht kontrollieren können", sagte Matarrese im Interview mit der römischen Tageszeitung La Repubblica am Montag.

"Die Tür zum Fußball darf nicht zugesperrt werden. Dies ist die Hauptregel. Fußball ist eine Industrie, die einen gewissen Preis hat. Ist es denn denkbar, dass eine bestimmte Industrie ihre Anlagen zusperrt und niemand weiß, wann sie wieder aufmacht?", fragte Matarrese.

Petrucci widerspricht heftig

Der Präsident von Italiens Nationalem Olympischen Komitee Coni, Gianni Petrucci, kritisierte Matarreses Aussagen heftig. "Der Fußball muss die Gesetze des Sport und die Maßnahmen berücksichtigen, die die Regierung ergreifen wird. Der Fußball hat die Pflicht, die notwendige Zeit still zu bleiben. Dies verlangt die Logik und die Menschlichkeit. Vor dem Tod eines Staatsbeamten, kann man nicht einfach sagen "wir machen weiter"", sagte Petrucci.

Am Montagnachmittag ist in Rom ein Treffen zwischen Innenminister Giuliano Amato und der Führung des italienischen Fußballs sowie des Coni geplant. Ziel ist die Sicherheitsvorkehrungen zu stärkern.

Laut Coni entsprechen lediglich drei Fußballstadien in ganz Italien den geforderten Sicherheitsbedingungen. Es handelt sich dabei um die Olympiastadien in Rom und Turin, sowie um das Giuseppe-Meazz-Stadion in Mailand.

Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit

In den Stadien, in denen die Sicherheitsstandards nicht garantiert werden können, soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt werden, heißt es im Maßnahmenpaket der Regierung, das voraussichtlich bis Montagabend verabschiedet werden soll.

Außerdem sollen die Meisterschaftsspiele sofort abgebrochen werden, sobald Feuerwerkskörper gezündet, Gegenstände geworfen werden oder Tränengas eingesetzt wird. Die Regierung will außerdem die Anreise von Fans zu Auswärtsspielen ihrer Klubs für den Rest der Meisterschaft verbieten.

© SID

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