Fußball Italien
"Juve" droht Ausverkauf der Stars

Im Falle eines Zwangsabstiegs in die Serie B oder C droht die Mannschaft von Juventus Turin auseinander zu fallen. Zahlreiche Stars sehen sich schon nach anderen Klubs um.

Noch bevor ein Zwangsabstieg des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin im Zusammenhang mit dem Manipulationsskandal besiegelt ist, werden die ersten Spieler schon mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. So liebäugeln die beiden italienischen Nationalverteidiger Fabio Cannavaro und Gianluca Zambrotta mit einem Wechsel zu Real Madrid, Mauro Camoranesi werden Kontakte zu Manchester United nachgesagt und auch Nationalkeeper Gianluigi Buffon zieht es wohl auf die Insel.

"Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht"

Stürmerstar Alessandro Del Piero will dagegen nach Angaben italienischer Medien dem Rekordmeister die Treue halten und auch im Fall eines Zwangsabstiegs in die dritte Liga in Turin bleiben. "Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht", meinte Del Piero. Um ihn herum soll der Neuaufbau des Klubs beginnen.

"Juve muss sich verteidigen, der Klub darf seine Spieler nicht verschleudern", sagte Spielermanager Claudio Pasqualin der römischen Tageszeitung Republica am Freitag: "Wenn der Schwede Zlatan Ibrahimovic vor sechs Monaten auf dem Markt noch 35 Mill. Euro wert war, werden sie ihm jetzt maximal 15 Mill. Euro anbieten, da Juve das Wasser bis zum Hals steht."

Der Manager rät Juventus, auf seine Stars zu verzichten, sie aber zu einem fairen Preis zu verkaufen. "Es ist besser, Spieler zu rekrutieren, die sich in der Serie B oder C gut auskennen. In der dritten Liga siegt man nicht mit Stil", meinte Pasqualin weiter.

WM-Finale wird zur Showbühne

Das WM-Endspiel zwischen Italien und Frankreich am Sonntag wird zur Showbühne für jene Spieler werden, die auf dem Markt sind und einen neuen Klub suchen. Insgesamt sind in Berlin acht Juve-Spieler im Einsatz, darunter auch die Franzosen Lilian Thuram, Patrick Vieira und David Trezeguet. Außerdem stehen die AC Milan-Stars Andrea Pirlo, Gennaro Gattuso und Alberto Gilardino im italienischen Aufgebot. Auch sie werden sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber machen, falls ihr Verein absteigen muss.

Der Zwangsabstieg würde für die vier gefährdeten Klubs Juventus, Milan, AC Florenz und Lazio Rom Umsatzrückgänge von 40 Prozent sowie den Verlust der Einnahmen aus TV-Übertragungsrechten und Sponsorengeldern bedeuten. Laut Berechnungen von Experten würde der Abstieg in die Serie B für jeden Klub ein Minus von 60 Mill. Euro bedeuten. Diese Summe würde sich verdoppeln, sollte Juve gar in der Serie C landen. Bei dem italienischen Rekordmeister, dem außerdem der Verlust der letzten beiden Titel und ein Abzug von sechs Punkten beim Start der neuen Saison droht, hat die Sponsorenflucht bereits begonnen.

"Was ein echter Fan ist, der geht mit dem Team auch in die Serie B"

Die "Alte Dame" hofft jedoch auf die Treue ihrer Tifosi. "Juventus hat zehn Mill. Fans, und was ein echter Fan ist, der geht mit dem Team auch in die Serie B", sagte Fedele Confalonieri, der Chef des TV-Unternehmens Mediaset, das mit dem Turiner Klub einen ab der Saison 2007/08 gültigen Zwei-Jahres-Vertrag über 218 Mill. Euro abgeschlossen hatte. Der aktuelle Rechtehalter Sky will die Entwicklung in der nächsten Woche abwarten, ehe dort eine Entscheidung getroffen wird.

Auch die Juve-Aktien an der Mailänder Börse sind weiterhin auf Talfahrt. Seit der Aufdeckung des ausgedehnten Manipulationsskandals verloren die Papiere des seit 2001 notierten Klubs 45,7 Prozent ihres Wertes. 137 Mill. Euro Kapitalisierung gingen dadurch verloren.

© SID

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