Fußball Italien
"Juve"-Fan wird durch Steinwurf verletzt

Beim Spiel Bologna gegen Juventus rückte der Sport abermals in den Hintergrund. Nun will die italienische Regierung zur Bekämpfung der Gewalt eine "Fankarte" einführen.

Die Gewaltproblematik im italienischen Fußball ist erneut offen zu Tage getreten. Nach einem Steinwurf durch Hooligans musste ein Fan von Juventus Turin nach dem 2:1-Erfolg des Rekordmeisters am Mittwochabend beim FC Bologna mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Ärzte bezeichneten den Zustand des 44-Jährigen aus Modena am Donnerstag in einem Bulletin als "stabil", nachdem die Mediziner bei seiner Aufnahme auf eine Operation verzichtet hatten. Das Opfer war laut Augenzeugen-Berichten seinem 16 Jahre alten Sohn zur Hilfe gekommen, dem Hooligans aus dem Lager der Bologna-Anhänger einen Juventus-Schal entreißen wollten, und war dabei von dem Stein getroffen worden.

"Fankarte" soll Spirale der Gewalt beenden

Zur Bekämpfung solcher Gewaltexzesse und zur Ausgrenzung von Hooligans will die italienische Regierung ab der kommenden Saison eine "Fankarte" einführen. Die Mikrochip-Karte soll den Zugang zum Stadion beschleunigen. "Wir wollen alle Vereine zwingen, ab der kommenden Meisterschaft die Fankarten einzuführen", kündigte Innenminister Roberto Maroni am Donnerstag in Mailand an. Das Kabinettsmitglied appellierte an die Klubs, mit der Regierung zusammenzuarbeiten: "Vereine, die sich nicht anpassen, werden benachteiligt."

Zu Beginn der neuen Saison sollen Tifosi ihren Klubs ihre Personalien angeben, um die Karte zu erhalten und sich Schlangen beim Stadionzugang zu ersparen. Fans mit diesen Karten können leichter identifiziert werden. Rabatte in Sportgeschäften oder Supermärkten sollen den Fans die Preisgabe ihrer persönlichen Daten schmackhaft machen.

Berlusconi fordert Null-Toleranz-Politik gegenüber Hooligans

Im Zuge der Gewaltausbrüche von Fans im italienischen Fußball, bei denen auch immer wieder Polizisten zu den Verletzten gehören, hatte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi eine Null-Toleranz-Politik gegenüber gewalttätigen Ultras angekündigt. Der Ministerpräsident strebt dabei auch Anti-Hooligans-Maßnahmen wie die seit Jahren in England gültigen Vorschriften zur Gewaltbekämpfung an. Die Behörden werden zukünftig außerdem alle Spiele, die risikobelastet sind, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden lassen.

© SID

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