Fußball Italien: Klub-Bosse in Italien drohen mit Streik

Fußball Italien
Klub-Bosse in Italien drohen mit Streik

Das nach der Krawalle in italienischen Fußballstadien von der Regierung beschlossene Sicherheitspaket stößt bei den Klub-Chefs auf wenig Gegenliebe. "Lieber Stopp der Meisterschaft, als die Zuschauer ausschließen."

Der italienischen Serie A droht womöglich ein Streik der Profivereine. Die Klubchefs protestieren gegen das von der Regierung am Donnerstagabend beschlossene Sicherheitspaket und drohen mit Ausstand. Die Vereinspräsidenten stemmen sich gegen den Beschluss des Kabinetts, Fußball-Begegnungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen zu lassen, wenn die Stadien den Sicherheitsstandards nicht entsprechen.

"Es ist besser, die Meisterschaft zu stoppen, als die Zuschauer auszuschließen", erklärte der Chef des Zweitligisten SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis. Der Präsident des Serie-A-Klubs Reggina Calcio, Lillo Foti, forderte einen Streik der Klubs: "Ohne Zuschauer kann man nicht mehr von einem Sportevent sprechen."

Der Protest wird auch vom Präsidenten es Erstligisten Udinese Calcio, Gianpaolo Pozzo, aktiv unterstützt. "Die Tifosi sind unser Reichtum", meinte Pozzo. Der Präsident von Palermo Calcio, Maurizio Zamparini, warf der Regierung Populismus vor: "Die Stadionsperre ist eine populistische Maßnahme, die die wahren Probleme des Systems nicht löst."

Klagen von Dauerkartenbesitzern befürchtet

Die Vereine befürchten Klagen von den Dauerkarteninhabern, die ihr Geld zurückverlangen können, sollten sie wegen der Sicherheitsmängel der Stadien die Spiele nicht in der Arena live verfolgen können. Die Klubchefs wandten sich außerdem energisch gegen den Beschluss der Regierung, Abendspiele zu verbieten, was sich negativ auf den Wert der TV-Übertragungsrechte auswirken könnte. Abendspiele sind wegen der hohen Einschaltquoten von den TV-Sendern begehrt.

Auch Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, Besitzer des AC Mailand, meldete sich zu Wort. "Das Dekret ist sinnvoll, die Stadien haben aber nichts mit der Sicherheit zu tun. Die schärfste Gewalttätigkeiten ereignen sich außerhalb der Strukturen, in denen Sportevents stattfinden", meinte Berlusconi.

Die 42 Klubs der Serie A und B wollen bei einer am Donnerstagnachmittag geplanten Sitzung ihre künftige Strategie besprechen. Sollten die Hardliner die Oberhand gewinnen, könnte die Streikdrohung in die Tat umgesetzt werden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%