Fußball Italien
Moggi-Skandal erschüttert Juve

dpa TURIN. Kurz vor der Weltmeisterschaft in Deutschland erschüttert ein Skandal um Juventus Turins Manager Luciano Moggi den italienischen Fußball.

Schiedsrichter-Beeinflussungen, mutmaßliche Mauscheleien bei Spielertransfers und Lästereien über Kollegen - Italiens mächtigstem Fußball-Macher und dem ebenfalls in die Kritik geratenen Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo droht beim Rekordmeister sogar der Rauswurf, berichtete die „La Gazzetta dello Sport“. Die Agnelli-Familie rund um Fiat-Präsident Luca di Montezemolo, der der Club gehört, sei über den Imageschaden erbost.

Jahrelang hielt Moggi wie ein Pate fast alle Fäden bei Juve und im gesamten italienischen Fußball fest in der Hand. Jetzt ermittelt der italienische Fußballverband (Figc) gegen den „Herrn des Balles“. 2004 von der Staatsanwaltschaft Turin abgehörte Telefongespräche belegen, dass sich Moggi bei Italiens Schiedsrichter-Koordinator Pierluigi Pairetto gewisse Unparteiische für Juve-Spiele wünschte. Auch Schiedsrichter und Linienrichter habe Moggi versucht zu beeinflussen.

Der Verband klärt nun, ob Moggi in der Saison 2004/2 005 tatsächlich Serie-A-Spiele manipuliert hat. Bei seinen Ermittlungen beleuchtet der Verband auch die Rolle von Moggis Sohn Alessandro, Pairetto, Giraudo sowie von Figc-Vizepräsident Innocenzo Mazzini.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (Coni), Gianni Petrucci, fordert eine schnelle Aufklärung. „Wer Fehler gemacht hat, muss dafür bezahlen“, sagte er. Italiens oberster Sportfunktionär fürchtet um die WM-Chancen der Azzurri, weil auch Nationalspieler wie Fabio Cannavaro und Nationaltrainer Marcello Lippi betroffen sind. Die jetzt veröffentlichten Abhörprotokolle deuten darauf hin, dass Moggi 2003 bei Cannavaros Wechsel von Inter Mailand zu Juventus mit Hilfe der Spielervermittlung GEA ebenfalls seine Hände im Spiel hatte. Die GEA gehört Moggis Sohn Alessandro. Gegen die GEA ermittelt die Staatsanwaltschaft in Rom.

Über Lippi lästerte Moggi gemeinsam mit Giraudo, dass dieser gern über „Frauen, Boote und Fischen“ gesprochen habe, während andere Trainer ernsthaft arbeiteten. Moggi ließ sich von den Juve-Anwälten beraten, schweigt aber ebenso wie Giraudo zu den Vorwürfen. Im Club regt sich immer mehr Unmut, nicht nur bei den Agnellis, sondern auch unter den Fans: „Moggi hau ab!“, fordern viele Juve-Fans im Internet.

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