Fußball Italien
Neun italienische Klubs im Visier der Ermittler

Die Erstligisten Juventus Turin, AC Florenz, Lazio Rom, Udinese Calcio, FC Mesina und AC Siena sowie die Zweitligisten AC Arezzo, AC Crotone und US Avellino scheinen in den Schiedsrichter-Skandal verwickelt zu sein.

Der Schiedsrichter-Skandal in Italien weitet sich immer mehr aus. Wegen mutmaßlicher Absprachen sind schon neun Vereine der Serie A und B ins Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft von Neapel vermutet, dass über 18 Spiele der Saison 2004/2 005 durch Absprachen beeinflusst worden seien. Betroffen sind Rekordmeister Juventus Turin sowie die Erstligisten AC Florenz, Lazio Rom, Udinese Calcio, FC Mesina und AC Siena und die Zweitligisten AC Arezzo, AC Crotone und US Avellino.

Drei Klubs, darunter "Juve", wird Sportbetrug vorgeworfen, berichtete die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Donnerstag. Insgesamt ermittelten die Behörden gegen 52 Personen. Die Vorwürfe sind in einem 1 400-seitigen Dossier der Staatsanwaltschaft enthalten.

Ins Visier der Ermittler ist auch der Geschäftsführer von Juventus, Antonio Giraudo, geraten. Dieser soll zusammen mit dem skandalumwitterten Sportdirektor der "Alten Dame", Luciano Moggi, noch bis Ende dieser Woche zurücktreten, heißt es. Giraudo wird Bilanzfälschung vorgeworfen.

Agnelli schaltet sich ein

Um Giraudo aus dem Amt zu drängen, überlegt die Familie Agnelli, Mehrheitsaktionärin von Juventus, den Aufkauf des 3,6-prozentigen Aktienpakets, das der Geschäftsführer an dem börsennotierten Klub hält. Giraudo könnte durch den Verkauf seines Juve-Anteils zirka zehn Mill. Euro kassieren.

Der Geschäftsführer will jedoch nach Angaben italienischer Medien Widerstand leisten. Sogar Trainer Fabio Capello soll den Klub verlassen wollen. Als Nachfolger ist der Trainer von AC Florenz, Cesare Prandelli, im Gespräch.

Auch Moggis Karriere scheint zu Ende. Dem einflussreichen Sportdirektor werden Absprachen mit dem Schiedsrichter-Koordinator und Vizepräsident des Uefa-Schiedsrichterausschusses, Pierluigi Pairetto, vorgeworfen. Auch der zweite Schiedsrichter-Koordinator, Paolo Bergamo, ist Ziel der Ermittlungen geworden. Bergamo und Pairetto sollen noch bis Ende dieser Woche vernommen werden. Mit ihnen werden weitere vier Schiedsrichter der Absprachen verdächtigt.

WM-Schiedsrichter De Santis weiter im Visier

Zu ihnen zählt auch der 44-jährige Massimo De Santis, einer der beiden italienischen Referees bei der WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). "Ich bin ein ehrlicher Mensch. Niemand kann mir etwas vorwerfen. Ich werde in Deutschland die WM-Spiele pfeiffen. Dies soll jedem klar sein", sagte De Santis im Interview mit der römischen Tageszeitung La Repubblica.

Die Ermittlungen betreffen auch den am Montag zurückgetretenen Präsidenten des italienischen Fußballverbandes Figc, Franco Carraro. Aus Ermittlungskreisen heißt es, Carraro soll über die Absprachen der Klubs mit den Referees informiert gewesen sein. "Ich habe nichts zu verheimlichen. Ich bin sicher, dass sich alles klären wird", sagte Carraro.

© SID

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