Fußball
Italien rührt Beton an für die EM-Bewerbung

Italien will die Fußball-EM ins Land holen. Das Problem: Viele Stadien sind in einem furchtbaren Zustand. Jetzt greift der Staat ein. Mit einem neuen Gesetz zur Privatisierung der Fußballarenen will er die Chancen auf die Ausrichtung der Europameisterschaft 2016 erhöhen. Eine gute Idee?

MAILAND. Guter Fußball, schlechte Stadien: An diesem Zustand im Land des Weltmeisters soll sich in naher Zukunft etwas ändern. Schließlich will sich Italien für die Europameisterschaft im Jahr 2016 bewerben. Anders als in anderen Ländern gehören die Stadien hier den Gemeinden und nicht den Vereinen. Die Regierung plant nun ein neues Gesetz, das die Grundlage für die Privatisierung der maroden Sportstätten bieten soll.

Die Arenen der italienischen Erstligisten sind im Schnitt 67 Jahre alt. Die letzte große Modernisierung geht auf die Zeit vor der WM-Endrunde 1990 in Italien zurück. "Unsere Stadien sind im derzeitigen Zustand für eine EM nicht akzeptabel", sagt Alan Rizzi, der für Sport zuständige Berater der Stadt Mailand, wo im Stadion San Siro die Erstligisten Inter Mailand und AC Mailand spielen.

Die Regierung des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi - selbst Besitzer des AC Mailand - will den italienischen Fußballverband FIGC bei der Kandidatur für die Austragung der Euro 2016 unterstützen. Der Regierung ist klar, dass die Bewerbung für das Turnier nur mit umfangreichen Umbauten Erfolg haben kann.

Da die Gemeinden jedoch auch in Italien knapp bei Kasse sind, will die Regierung per Gesetz die Privatisierung der Stadien einläuten. Vereine, die Kredite für die Modernisierung oder den Bau neuer Stadien aufnehmen wollen, sollen finanzielle Vergünstigungen erhalten. Den Klubs könnte das Einnahmen bescheren, die bisher den Gemeinden vorbehalten waren. Als Besitzer können die Vereine ihre Arenen selbst managen.

"Wir brauchen Stadien, gebaut im englischen Stil, aber betrieben nach dem spanischen Modell", sagt Sportberater Rizzi. Bei Real Madrid etwa kassieren die Betreiber des Stadions Santiago Bernabéu auch, wenn keine Spiele stattfinden. 15 Euro kostet Fans der Besuch der VIP-Lounge, der Umkleidekabinen und der Trainerbank. Juventus Turin ist bereits dabei, ein neues Stadion zu bauen und damit dem spanischen Modell zu folgen.

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