Fußball Italien
Serie A in der Krise

Der italienische Fußball muss für die Ausschreitungen in der jüngsten Vergangenheit nun bezahlen: Der Zuschauerschwund in der Serie A ist alarmierend. Seit Jahresbeginn kamen im Schnitt nur noch 22 752 Fans.

Die italienische Serie A schlägt Alarm. Die sinkenden Zuschauerzahlen haben am vergangenen Wochenende einen neuen Tiefpunkt erreicht. Am 15. Spieltag wurden bei der Begegnung des FC Empoli gegen Cagliari Calcio (4:1) am Sonntag lediglich 786 zahlende Zuschauer registriert, beim Spiel AS Livorno gegen AS Rom (1:1) waren es 2 378. Meister und Tabellenführer Inter Mailand wollten im Duell mit dem FC Turin (4:0) lediglich 9 000 zahlende Zuschauer sehen.

Der Besucherschwund scheint nach den jüngsten Krawallen am 11. November zugenommen zu haben. Seit Jahresbeginn wurden nur noch durchschnittlich 22 752 Zuschauer pro Spiel registriert, in der Saison 2001/02 waren es noch 29 124. 1991/92 hatte der Fußball noch 34 205 Fans pro Begegnung in die Stadien gelockt, in der Spielzeit 1984/85 waren es im Schnitt sogar 40 000.

"Negativer Trend ist nicht aufzuhalten"

Sollte der derzeitige Trend anhalten, wird sich Italiens Serie A bis Ende der Saison mit knapp sieben Mill. Zuschauern (zum Vergleich: Bundesliga 12,2 Mill. in der letzten Saison) begnügen müssen. Katastrophal ist auch die Lage in der Serie B. In den ersten 13 Meisterschafts-Runden ist die Zuschauerzahl um 32 Prozent gesunken.

"Der negative Trend ist nicht aufzuhalten. Premier League, Bundesliga und die spanische Liga haben uns in punkto Zuschauer schon seit Jahren übertroffen, und es wird sehr schwer sein, sie wieder einzuholen", kommentierte die römische Tageszeitung La Repubblica am Dienstag.

Der Präsident der italienischen Spielergewerkschaft, Sergio Campana, erklärte sich zutiefst besorgt. "Leere Stadien sind ein Phänomen, mit dem sich der italienische Fußball unbedingt auseinandersetzen muss. Es wird zu häufig gespielt, und das Fernsehen sorgt dafür, dass immer weniger Leute in die Stadien kommen. Auch die wegen der Krawalle verhängten Reiseverbote halten die Menschen von den Stadien fern", sagte Campana: "Außerdem müssen die Stadien in Italien modernisiert und die Ticketpreise reduziert werden." Italien müsse sich dabei am Ausland orientieren.

© SID

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