Fußball Italien
Streit um TV-Vermarktung in Italien eskaliert

In der italienischen Serie A drohen die kleineren Klubs mit Streik, sollte es keine Rückkehr zur zentralen Vermarktung der TV-Rechte geben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf war im Parlament abgelehnt worden.

14 kleinere Klubs aus der italienischen Serie A wollen die Ablehnung der Rückkehr zur zentralen Vermarktung der TV-Rechte nicht akzeptieren und drohen mit Streik. Die Vereine protestieren damit vor allem gegen die Regierungspartei Forza Italia des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die im Parlament einen Gesetzesentwurf zur Einführung der Zentralvermarktung ablehnte.

Der Gesetzesentwurf war von der rechten Alleanza Nazionale ausgearbeitet worden, um die Interessen der kleineren Vereine zu schützen, die bei der Eigenvermarktung benachteiligt sind. In der Bundesliga werden die TV-Rechte zentral von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vermarktet, in der Serie A verhandeln die jeweiligen Klubs direkt mit den Medienunternehmen.

Schwere Vorwürfe gegen Berlusconi

Nachdem das Gesetz in Italien am Mittwoch nicht gebilligt wurde, gingen die kleineren Klubs auf die Barrikaden. "Berlusconi ist ein Lügner. Er verteidigt nur seine Interessen. Er betreibt Politik, nur um seine Unternehmen, darunter auch seinen Klub AC Mailand, zu begünstigen", kritisierte der Präsident vom AC Florenz, Diego Della Valle. "Ich kann eine Meisterschaft nicht ertragen, in der nur drei Spitzenklubs zählen. Man darf den kleineren Klubs nicht die Möglichkeit nehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben", so Della Valle weiter.

Eine Reaktion von Berlusconi ließ nicht lange auf sich warten, der Ministerpräsident will Della Valle verklagen. "Um Della Valle werden sich meine Rechtsanwälte kümmern", sagte der Medien-Tycoon.

Die Debatte über die TV-Rechte war eskaliert, nachdem Berlusconis Mediengesellschaft Mediaset vor zwei Wochen einen Vertrag mit Juventus Turin abgeschlossen hat. Dem Vertrag zufolge wird Mediaset "Juve" ab der Saison 2007/2 008 für zwei Spielzeiten 218 Mill. Euro für die Übertragungsrechte zahlen. Zudem besteht eine Option auf ein drittes Jahr. Berlusconi ist zudem Eigner des Juventus-Rivalen AC Mailand.

Della Valle betonte, dass für die kleineren Klubs nur noch Krümel übrig bleiben würden. Mit dem Protest der kleineren Serie A-Klubs will sich kommende Woche auch der italienische Fußball-Verband befassen. Verbandspräsident Franco Carraro hat für den kommenden Freitag (20. Januar) eine Sondersitzung einberufen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%