Fußball Italien
Tod zweier Juve-Nachwuchsspieler schockt Italien

Nach dem tragischen Tod von zwei Nachwuchsspielern von Juventus Turin ist ganz Italien in tiefer Trauer. Alessio Ferramosca und Riccardo Neri waren am Freitag in einem kleinen Teich auf dem Trainingsgelände ertrunken.

Große Trauer herrscht in ganz Italien nach dem tragischen Tod von Alessio Ferramosca und Riccardo Neri. Die beiden Nachwuchsspieler von Juventus Turin sind am Freitag anscheinend bei dem Versuch ertrunken, einige Bälle aus einem kleinen Teich auf dem Trainingsgelände zu fischen.

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Während der Klub Beileidsschreiben aus der ganzen Welt erhielt und auch Sportministerin Giovanni Melandri den Familien der Opfer Trost spendete, leitete die Staatsanwaltschaft von Turin eine Untersuchung gegen fünf Juve-Vertreter ein. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Es handelt sich dabei um Geschäftsführer Jean-Claude Blanc, der seit dem Manipulationsskandal im Juni die Führung des börsennotierten Klubs übernommen hat, sowie Nachwuchstrainer Maurizio Schincaglia, Torwartcoach Lorenzo Frison, Renato Opezzi als Verwalter des Klubgeländes und Alessandro Sortone, Berater der beiden verstorbenen Spieler.

Die Ermittler wollen nun feststellen, ob Sicherheitsmängel auf dem Gelände vorlagen. Die Obduktion der Leichen soll den Staatsanwälten weitere Informationen liefern, um den Ablauf des tragischen Unglücks rekonstruieren zu können. Ersten Angaben zufolge sind die beiden Spieler im kalten Wasser innerhalb kürzester Zeit unterkühlt und ertrunken. Feuerwehrtaucher konnten am Freitag nur noch die leblosen Körper bergen.

Familien schalten Rechtsanwalt ein

Die Familien der Opfer wollen einen Rechtsanwalt einsetzen, um die Ursachen des Todes festzustellen. "Der Zaun um den Teich ist nur 1,20 Meter hoch, es ist logisch, dass ein Ball hineinfallen kann", sagte der Vater eines der Opfer. Die Familie will auch klären, warum erst anderthalb Stunden nach dem Unglück Alarm geschlagen wurde und die Suchaktion nach den beiden Spielern begonnen hatte. Der Verein erwiderte, dass der Zaun um den Teich den europäischen Sicherheitsstandards entspreche. Das Klubgelände wurde vorübergehend von der Polizei gesperrt.

Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli traf derweil die Familien der Opfer. Er sprach von einer beispiellosen Tragödie, die den Klub bis ins Mark treffe. Der aus der Toskana stammende Torwart Riccardo Neri war vor zwei Jahren war nach Turin gekommen, um seinen Traum von einem Stammplatz bei Juventus zu verwirklichen. Er gehörte wie auch sein Teamkamerad Alessio Ferramosca zu den talentiertesten Nachwuchsspielern des Klubs. Auf Ferramoscas Sarg soll das Trikot seines Lieblingspielers Alessandro Del Piero gelegt werden.

Schweigeminute in ganz Italien

Wegen des Todes der beiden Spieler wurde vor allen Wochenend-Begegnungen in Italien eine Schweigeminute abgehalten. Zudem liefen alle Spieler mit Trauerflor auf. Wegen des Unglücks hatte der Traditionsklub bereits das für Freitagabend angesetzte Meisterschaftsspiel gegen den AC Cesena kurzfristig abgesagt.

© SID

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