Fußball Italien
Wegen Juventus: Fifa droht Italien mit Ausschluss

In den italienischen Manipulationsskandal hat sich nun auch die Fifa eingeschaltet. Sollte Italiens Verband nicht verhindern, dass Juventus Turin vor ein ordentliches Gericht zieht, droht dem Weltmeister der Ausschluss.

Die Fifa hat dem italienische Fußball-Verband Figc heftige Sanktionen in Aussicht gestellt, sollte sich Rekordchampion Juventus Turin nicht mit dem Urteil im Manipulationsskandal abfinden. Der Weltverband droht dem Verband von Weltmeister Italien mit einem Ausschluss der Nationalmannschaft und aller italienischen Klubs von internationalen Wettbewerben, falls Juve seine Drohung wahr macht, wegen des Zwangsabstiegs vor ein ordentliches Gericht zu ziehen.

Die Fifa setzte dem italienischen Verband ein Ultimatum bis Mittwoch (12.00 Uhr), um den der Verbandshoheit unterstehenden Verein von diesem Schritt abzuhalten. Zur Begründung verweist die Fifa auf Artikel 61, Absatz 2, und 61, Absatz 3, ihrer Statuten, denen zufolge der jeweilige Verband dafür Sorge zu tragen hat, dass die ihm angehörenden Vereine Streitigkeiten nur vor Sportinstanzen, aber nie vor ordentlichen oder Zivilgerichten austragen. Juve stünde demnach nur der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne zu.

Der Figc reagierte prompt und hat Juventus am Mittwoch mit noch härteren Strafen gedroht. Sollte der Traditionsklub den Zwangsabstieg tatsächlich vor einem Zivilgericht anfechten, werde der Verband weitere Sanktionen gegen Juve verhängen. Der Figc sicherte der Fifa ein hartes Vorgehen zu.

Blatter ruft Figc zur Ordnung

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter habe, so bestätigte Fifa-Sprecher Andreas Herren der französischen Nachrichtenagentur afp, am Dienstag einen Brief an Guido Rossi, den Präsidenten des italienischen Verbandes Figc, und Gianni Petrucci, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien Coni, geschickt. In diesem Schreiben betonte Blatter, dass die Urteile von Sportgerichten nicht zur Klärung vor ein ordentliches Gericht gebracht werden dürfen.

Der Juve-Vorstand hatte am Montag einstimmig entschieden, das Verwaltungsgericht der Region Lazio anzurufen, das das Recht hat, Urteile von Sportverbänden aufzuheben. "Die Sanktionen gegen Juventus sind unverhältnismäßig", hieß es in einer Erklärung des Klubs: "Es ist unverständlich, dass Juventus mit der größten Strenge behandelt wird."

© SID

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