Fußball Junioren
Hrubeschs Jungs wollen überraschen

Trotz der zahlreichen Ausfälle will das deutsche U20-Team bei der WM in Ägypten für eine Überraschung sorgen. Bei einem Sieg gegen Südkorea winkt der vorzeitige Achtelfinal-Einzug.

Ohne Stars, aber mit dem Musketier-Motto "Einer für alle, alle für einen" wollen die deutschen U20-Fußballer bei der WM in Ägypten für eine Überraschung sorgen: Vor dem Turnier wurde Hrubeschs Reste-Mannschaft belächelt, nun setzten die deutschen Junioren zum großen Sprung an.

Mit einem Sieg am heutigen Dienstag in Suez gegen Südkorea (16.00 Uhr/live bei Eurosport) könnten die DFB-Junioren schon im zweiten Spiel den Sprung ins Achtelfinale sichern. Bereits bei einem Remis wäre der deutschen U20 nach dem 3:0 zum Auftakt gegen die USA das Ticket für die K.o.-Runde wohl nicht mehr zu nehmen.

"Die Jungs haben in so einer schwierigen Phase gezeigt, dass sie Kerle sind", lobte Sportdirektor Matthias Sammer im SID-Gespräch die Mentalität beim Spiel gegen die Amerikaner: "Aber wir wissen das Ergebnis auch einzuschätzen, obwohl sich die USA wie einer der Turnierfavoriten gefühlt haben."

Hrubesch warnt vor Koreanern

Das Geheimnis des vermeintlichen Rumpfteams, dem 29 Spieler fehlen, ist der Zusammenhalt. Diesen hat Trainer Horst Hrubesch wie bereits bei den EM-Erfolgen mit der U19 im Vorjahr und der U21 in diesem Sommer offenbar in kürzester Zeit gefördert. "Es gibt bei uns keine Leistungsträger", sagt Stürmer Richard Sukuta-Pasu (Bayer Leverkusen): "Wir sind alle ein Team und bringen alle unsere Leistung. Wenn wir zusammenhalten, dann schaffen wir alles gemeinsam."

Das Selbstvertrauen hat nach der unerwartet starken Leistung gegen den selbsternannten Turnier-Favoriten USA schnell alle Zweifel beseitigt. "Wenn wir diese Leistung bestätigen können, haben wir die Chance, sehr weit zu kommen", sagte Torhüter Ron-Robert Zieler (Manchester United), ohne ausdrücklich vom ersten Titelgewinn nach 1981 zu sprechen. Abwehrspieler Björn Kopplin möchte erst noch die Partie gegen die "Taeguk Warriors" abwarten, bevor er sich zu einer genauen Prognose hinreißen lässt: "Danach können wir absehen, wie weit es für uns gehen kann."

Erfolgscoach Hrubesch nimmt dagegen wieder einmal die Rolle des Gegenpols ein. Redete er sein zusammengewürfeltes Team vor dem Auftaktspiel stark, so warnt er nun vor Übermut und den Koreanern. "Sie sind eines der technisch besten Teams des Turniers", mahnt er trotz der unglücklichen 0:2-Niederlage der Asiaten gegen Kamerun: "Ich habe das Spiel verfolgt, um nach möglichen Schwächen zu suchen. Wir werden uns sehr gut auf diesen Gegner einstellen müssen. Und wir denken nur von Spiel zu Spiel."

"Bis jetzt haben wir nur sehr viel Sand gesehen"

Ähnlich formulierte es auch Sammer. "Wir sollten auch nach einem Spiel noch keine großen Erwartungshaltungen formulieren, sondern die Kräfte für das Spiel gegen Südkorea bündeln und von Spiel zu Spiel schauen", sagte der Sportdirektor.

Auch die Konzentration auf das Sportliche hat der Europameister von 1980 seinen Schützlingen eingeimpft. Nach den Sehenswürdigkeiten im Land der Pharaonen stand seinen Schützlingen jedenfalls noch nicht der Sinn.

"Bis jetzt haben wir nur sehr viel Sand gesehen", meint Sukuta-Pasu: "Ich weiß gar nicht, was es alles gibt. Da müsste ich mich erstmal informieren. Wir versuchen aber alles, um wenig Energie zu verlieren, dann haben wir mehr im Spiel." So können die 18 tapferen Musketiere vielleicht unerwartet weit kommen.

© SID

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