Fußball Junioren
Sammer: "Ich schäme mich"

Matthias Sammer ärgert sich über die Absagenflut für die U20-WM: "Die ganze Angelegenheit ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten." Joachim Löw zeigt Verständnis für die Klubs.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat harsche Kritik an der Flut von Absagen für die U20-Weltmeisterschaft in Ägypten geübt und sieht das Ansehen des deutschen Fußballs geschädigt. "Ich schäme mich gegenüber unserem Trainer Horst Hrubesch und den Spielern, die dort sein werden. Die ganze Angelegenheit ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Wir sollten nicht vergessen, dass wir den deutschen Fußball repräsentieren", sagte der Europameister von 1996 im Bild-Interview.

Der deutsche Fußball-Nachwuchs war am Dienstag mit nur 15 Spielern zur WM-Endrunde nach Nordafrika (25. September bis 16. Oktober) gereist. Coach Hrubesch muss insgesamt 27 Ausfälle verkraften, 25 Spieler wurden von den Klubs nicht abgestellt.

Der Weltverband Fifa hatte die U20-WM aus klimatischen Gründen verlegt und während der Saison in Europa terminiert. Für die Vereine besteht keine Abstellungspflicht. Dem DFB-Erfolgs-Nachwuchstrainer Hrubesch stehen nur noch sieben U19-Europameister von 2008 bei der WM zur Verfügung.

"Es wird demnächst ein Gespräch mit unserem Präsidenten Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach darüber geben, wie wir uns in solchen Fällen künftig als DFB positionieren, denn es geht um die sportliche Entwicklung unserer besten Talente", äußerte Sammer, der sarkastisch hinzufügte: "Wenn schon nicht alle Klubs ihre besten Nachwuchsspieler schicken, wäre es vielleicht besser, dass alle Klubs gar keinen schicken. Aber nicht mal das kriegen wir in Deutschland hin."

Löw kritisiert im SID-Interview die Fifa

Kritik hatte Bundestrainer Joachim Löw an der Terminplanung des Weltverbandes Fifa geübt. "Entscheidend ist, dass die Ansetzung durch die Fifa während der Saison für eine solche Weltmeisterschaft nicht in Ordnung ist. Das ist nicht nachvollziehbar. Man kann die Haltung der Klubs verstehen, dass sie nicht wochenlang auf Spieler verzichten wollen und sie diese deshalb für die WM nicht abstellen. Auch für die Spieler ist es ein zwiespältiges Gefühl, denn einerseits wollen sie natürlich gerne eine solche WM bestreiten, andererseits laufen sie Gefahr, vielleicht ihren Stammplatz im Verein zu verlieren", sagte der 49-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

In Ägypten trifft das deutsche Team in der Vorrunde am 26. September in Suez auf die USA, am 29. September ebenfalls in Suez auf Südkorea und am 2. Oktober in Ismailia auf Kamerun. Das Finale findet am 16. Oktober in Kairo statt.

© SID

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