Fußball Junioren
Sammer traut U17-Junioren den EM-Titel zu

Für die deutschen U17-Junioren beginnt heute die EM in Belgien: "Wenn eine Mannschaft mit dem Adler auf der Brust in ein Turnier geht, will sie dieses Turnier auch gewinnen", sagt DFB-Sportdirektor Sammer.

Den positiven Trend in der Jugendarbeit will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei der U17-EM in Belgien mit dem ersten Junioren-Titel seit 15 Jahren untermauern. "Wenn eine Mannschaft mit dem Adler auf der Brust in ein Turnier geht, will sie dieses Turnier auch gewinnen", fordert DFB-Sportdirektor Matthias Sammer im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Die Förderung der einzelnen Spieler steht im Jugendbereich immer ganz oben. Aber es ist kein Widerspruch, auch ergebnisorientiert zu sein."

Seit 1992 eine Auswahl um Lars Ricken in der gleichen Altersstufe auf Zypern den EM-Titel gewann, ist der DFB im Nachwuchs-Bereich ohne Titel bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft. "Das ist bedauerlich", meint Sammer: "Es wird inzwischen zwar wahrgenommen, dass es in Sachen Jugendarbeit beim DFB wieder aufwärts geht. Aber es wäre natürlich wichtig, dies mit entsprechenden Resultaten als zusätzliche Botschaft zu untermauern."

"Das Erfolgsdenken darf nicht kontraproduktiv sein"

Um jeden Preis will der DFB den Erfolg aber nicht erzwingen. "Das Erfolgsdenken darf nicht kontraproduktiv sein", betont Sammer: "Spieler, die angeschlagen sind oder eine Pause brauchen, dürfen nicht verheizt oder kaputtgemacht werden." Allerdings muss der DFB-Nachwuchs bei der U17-EM unter die ersten Fünf kommen, um sich für die WM im August in Südkorea zu qualifizieren.

Was ein Titel für die weitere Karriere bewirken kann, weiß Sammer jedoch aus Erfahrung. 1986 wurde er mit der U18-Auswahl der DDR neben Dariusz Wosz, Rico Steinmann oder Axel Kruse Europameister. "Das war für mich ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg zum Profi", berichtet Europas Fußballer des Jahres von 1996: "So ein Erfolg gibt Selbstvertrauen und zeigt, was man erreichen kann."

Als größtes Talent im Kader von DFB-Trainer Paul Schomann gilt Toni Kroos, der beim deutschen Rekordmeister Bayern München schon des Öfteren mit den Profis trainieren durfte. "Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten und kann den Unterschied ausmachen", erklärt DFB-Sportdirektor Sammer.

Vorrunden-Spiele in Eupen

Ihre Vorrunden-Spiele bestreiten die deutschen Junioren jeweils in Eupen in der Nähe von Aachen. Nach dem Auftaktspiel gegen die Ukraine am Mittwoch (18.00 Uhr) heißen die weiteren Gruppengegner Frankreich am Freitag und Rekord-Champion Spanien am kommenden Montag; alle Partien werden live bei Eurosport übertragen. In der Qualifikation hat die Schomann-Elf ihr großes Potenzial unter Beweis gestellt und sich in den Favoritenkreis gespielt. Die DFB-Auswahl gewann in der Ausscheidungsrunde jeweils souverän 4:1 gegen Griechenland, 4:1 gegen Schottland und 3:0 gegen Irland.

Zudem gewann sie ein Vier-Nationen-Turnier mit einem Remis gegen Portugal sowie Siegen gegen England und Gruppengegner Frankreich. "Damit hat die Mannschaft den Maßstab selbst sehr hoch gelegt", erklärt Sammer.

"Wir bestreiten einen Hürdenlauf"

Doch für Schomann gehören diese Erfolge der Vergangenheit an. "Wir bestreiten einen Hürdenlauf. Jeder Gegner, jedes Turnier ist ein neues Hindernis", meint der 55 Jahre alte Coach, der seit 2001 beim DFB arbeitet. Eine klare Vorgabe gibt er dennoch aus: "Offensiv denken und handeln lauten unsere Grundsätze, nach Ballgewinn ist der erste Gedanke nach vorne gerichtet."

Vor 1992 war schon 1984 eine DFB-Auswahl mit den späteren Weltmeistern Stefan Reuter und Bodo Illgner Europameister geworden. Damals lief das Turnier jeweils noch unter dem Namen U16-EM. In der Saison 2001/2 002 wurde aufgrund einer Änderung im Altersklassement dann die U17-EM ins Leben gerufen.

© SID

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