Fußball Junioren
U20 erreicht Achtelfinale vorzeitig

Die U20 ist trotz des mageren 1:1 (1:0) gegen Südkorea ins WM-Achtelfinale eingezogen. Sukuta-Pasu (33.) traf zur Führung, Kim (71.) verhinderte den zweiten deutschen Sieg.

Das Rumpfteam der deutschen U20 hat bei der WM in Ägypten den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale geschafft. Die durch 29 Ausfällen geschwächte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kam gegen Südkorea nur zu einem 1:1 (1:0), hat mit vier Punkten nach zwei Spielen aber trotzdem den Einzug in die K.o-Runde geschafft. Das DFB-Team profitierte von den Ergebnissen der anderen Spiele und wäre auch im ungünstigsten Fall einer der vier besten Gruppendritten.

Zum Auftakt hatte der am Dienstag nicht überzeugende U19-Europameister die USA mit 3:0 bezwungen, letzter Gegner ist am Freitag in Ismaila Kamerun. Gegen die Koreaner brachte Stürmer Richard Sukuta-Pasu von Bayer Leverkusen das DFB-Team vor 18 000 Zuschauern in Suez in Führung (33.). Nach einem kollektiven Aussetzer der deutschen Hintermannschaft gelang Min Woo Kim vor den Augen von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer aber der verdiente Ausgleich (71.).

"Wir hätten nach der Führung das Spiel für uns entscheiden müssen", sagte Trainer Horst Hrubesch und ergänzte enttäuscht: "In der zweiten Halbzeit haben wir förmlich um das Gegentor gebettelt. Ich erwarte deutlich mehr von meinem Team."

Kein guter Start

Der Coach hatte seine Startelf nur auf einer Position geändert. Für den nach einer Grippe genesenen Fürther Dani Schahin musste der Bremer Tobias Kempe, Sohn des langjährigen Bundesliga-Profis Thomas Kempe, weichen. Im Gegensatz zur Partie gegen die USA erwischten die DFB-Junioren aber keinen guten Start. Die Koreaner waren das bessere Team und trafen in der 9. Minute durch einen Kopfball von Park Heeseong sogar die Latte. Hrubesch war mit dem Spiel seines Teams sichtlich unzufrieden und echauffierte sich dabei so sehr, dass er in der 23. Minute auf die Tribüne verwiesen wurde.

Zehn Minuten später nutzte Sukuta-Pasu den allerersten Torschuss zur Führung. Der Treffer gab dem deutschen Team aber nur bis zur Pause Sicherheit. Nach der Pause kämpften die Asiaten nach der 0:2-Niederlage zum Auftakt gegen Kamerun aber tapfer um ihre letzte Chance. Zunächst stand die deutsche Abwehr sicher, doch nach Stellungsfehlern von gleich mehreren Verteidigern stocherte Kim den Ball über die Linie.

Lob für die Einstellung

Zuvor hatte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die Einstellung der deutschen Talente in den höchsten Tönen gelobt. "Das sind gute Jungs. Ich habe das Gefühl, dass sie sehr stolz sind, dass Trikot zu tragen. Wenn ich sehe, wie sie sich mit vollem Herz reinbeißen, nötigt mir das Respekt ab", sagte er im SID-Interview: "In solch schwierigen Phasen zeigt sich, ob die Jungs echte Kerle sind. Das haben sie bewiesen."

Den Titel fordert der Europameister von 1996 unter den gegebenen Umständen aber ausnahmsweise nicht. Denn bei mehr als 30 Grad im Schatten hat der Sportdirektor eine Sorge. "Das Geheimnis unserer drei jüngsten Titel im U-Bereich war die Fitness. Diesmal gab es aber gar nicht die Möglichkeit einer ordentlichen Vorbereitung", sagt er: "Deshalb konnten wir im Vorfeld wenig steuern. Man kann nur hoffen, dass uns das im Laufe des Turniers nicht einholen wird."

© SID

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