Fußball Junioren
U20-WM: Gegen Kamerun um den Gruppensieg

"Wir wollen unbedingt den Gruppensieg", gibt der gesperrte DFB-Trainer Horst Hrubesch vor dem heutigen Spiel seiner U20-Junioren gegen Kamerun die Marschroute vor.

Er sitzt gesperrt auf der Tribüne, doch das erste große WM-Ziel verliert Horst Hrubesch nicht aus den Augen. "Ganz klar, wir wollen unbedingt den Gruppensieg", sagte der Trainer der deutschen U20-Junioren vor dem letzten Vorrundenspiel der WM-Endrunde in Ägypten gegen Kamerun am heutigen Freitag (18.45 Uhr/live bei Eurosport).

Beim mageren 1:1 gegen Südkorea am vergangenen Mittwoch, das der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale gesichert hatte, war Hrubesch vom Schiedsrichter wegen Meckerns auf die Tribüne verbannt worden. Nach den Statuten des Weltverbandes Fifa zieht diese Strafe automatisch eine Sperre für das kommende Spiel nach sich - obwohl der DFB dies nicht nachvollziehen kann.

DFB-Vize Hocke hadert mit Hrubesch-Bestrafung

"Horst Hrubesch hat aus unserer Sicht keine Unsportlichkeit begangen. Wir halten das Strafmaß für nicht angemessen, denn eine nachfolgende Sperre steht aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zur Aktion unseres Trainers", sagte DFB-Vizepräsident und Delegationsleiter Rolf Hocke.

Beim Duell mit Kamerun in Ismailia, unweit des Suez-Kanals, steht nun Co-Trainer Thomas Nörenberg in der Verantwortung. Der bezeichnet Hrubeschs Sperre als "nicht optimal für die Mannschaft", ist aber selbst weit davon entfernt, nervös zu werden: "Für mich ist die Situation nicht ganz neu, zudem hilft mir, dass Horst Hrubesch mir das Vertrauen schenkt, eigenständig entscheiden zu können." Immerhin: Hrubesch darf auf die Tribüne und zur Halbzeit auch in der Kabine zu seiner Elf.

Holtby: "Von Spiel zu Spiel denken"

Die Mannschaft sieht sich nach der schwachen Leistung gegen Südkorea in der Pflicht, auch wenn die mit dem Einzug in die K.o.-Runde eigentlich schon erfüllt ist. "Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir nur von Spiel zu Spiel denken. Das werden wir nicht verändern. Daran hat auch die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale nichts geändert", sagte Lewis Holtby von Schalke 04. Die Sperre des Trainers ist für die Spieler nur ein Randthema.

Hrubesch und Nörenberg können auf alle 18 Akteure ihres Rumpfkaders - mehr als zwei Dutzend potenzielle WM-Fahrer mussten wegen des laufenden Liga-Betriebs ihre Teilnahme absagen - zurückgreifen. "Das stimmt mich optimistisch", sagte Erfolgscoach Hrubesch, der zuletzt die U21 und die U19 zum EM-Titel geführt hatte.

Matthias Sammer legt dagegen eine Ägypten-Pause ein. Der DFB-Sportdirektor reiste nach dem 1:1 gegen Südkorea ab und wird erst zum Achtelfinale zurückerwartet.

© SID

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