Fußball
Klopp nimmt tränenreichen Abschied von Mainz

Die Enttäuschung über die verpasste Bundesliga-Rückkehr hielt sich beim FSV Mainz 05 in Grenzen, der Schmerz über den Abschied von Trainer Jürgen Klopp saß dagegen tief.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Enttäuschung über die verpasste Bundesliga-Rückkehr hielt sich beim FSV Mainz 05 in Grenzen, der Schmerz über den Abschied von Trainer Jürgen Klopp saß dagegen tief.

Mit dem 40 Jahre alten Fußball-Lehrer verliert der Zweitligist seine Kult- und Integrationsfigur, die nicht zu ersetzen sein wird. "Den Nicht-Aufstieg habe ich schon verdaut. Dass der Trainer geht, spukt mir dafür immer noch im Kopf herum. Kloppo war wie ein Sechser im Lotto", sagte FSV-Manager Christian Heidel.

Wie Heidel hatte auch Klopp so manche Abschieds-Träne vergossen. "Ich bleibe immer ein Mainzer. Woanders kann ich vielleicht erfolgreicher sein, aber hier ist der geilste Verein", raunte Klopp dem ebenfalls gerührten Präsidenten Harald Strutz bei der letzten Umarmung zu. Am 23. Mai wird der Coach bei einer riesigen Fan-Party in der Mainzer Innenstadt feierlich verabschiedet.

18 Jahre lang prägte Klopp als Spieler und Trainer den Verein und trug entscheidend dazu bei, dass aus der grauen Zweitliga-Maus ein in ganz Deutschland beliebter und respektierter Club geworden ist. In 325 Ligaspielen schoss er 52 Tore für die Mainzer. Im Februar 2001 wurde er praktisch über Nacht vom Spieler zum Trainer befördert und führte den FSV 2004 erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga, aus der die Rheinhessen im Vorjahr nach drei Spielzeiten wieder abstiegen.

Über Klopps berufliche Zukunft kann derzeit nur spekuliert werden, denn er selbst weiß noch nicht, wohin die Reise gehen wird. "Ich habe keine Ahnung was passiert. Alles ist möglich, auch eine Pause", sagte er mit belegter Stimme. Die Gerüchteküche kocht bereits. Klopp wird als heißer Anwärter bei Borussia Dortmund gehandelt, sollte sich der BVB von Thomas Doll trennen. Der niederländische Spitzenverein Twente Enschede soll ebenfalls Interesse an einer Verpflichtung des Mainzer Ur-Gesteins bekundet haben.

Fest steht, dass Klopp sein Engagement als TV-Experte beim ZDF nach der Europameisterschaft beenden wird und die Mainzer ohne ihn einen Neuanfang starten müssen. "Jetzt ist eine Zäsur da. Ab Dienstag gehen wir in Ruhe die Suche nach einem neuen Trainer an, um in den nächsten Wochen eine gute Lösung zu finden", kündigte Heidel an. Strutz ist zuversichtlich, dass dies gelingt. "Die Perspektive des Vereins ist gut. Ich glaube, wir sind für viele Trainer eine interessante Adresse", sagte der FSV-Präsident.

Als erste Kandidaten werden Bruno Labbadia vom Ligarivalen Spvgg Greuther Fürth, Markus Schupp, bislang Co-Trainer von Huub Stevens beim Hamburger SV, der bei Energie Cottbus entlassene Petrik Sander und der Mainzer Junioren-Trainer Jürgen Kramny gehandelt. "Wir haben hier hervorragende Strukturen geschaffen. Es gibt nur wenige Trainer, die nicht hier arbeiten wollten", sagte Heidel. Tief in seinem Inneren hofft er aber immer noch auf eine märchenhafte Wendung. "Mein Handy ist jede Nacht an. Wenn Jürgen auf die Idee kommt, doch zu bleiben, kann er mich jederzeit anrufen", erklärte der Manager.

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