Fußball
Lustlose „Seleção“ nach Glückssieg ausgebuht

Müde und lustlos quälte sich Brasilien zu einem 2:1 (1:1)-Glückssieg über Uruguay und wurde vom eigenen Anhang ausgebuht. Dafür stellt Paraguay in der südamerikanischen Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 derzeit alles in den Schatten.

dpa SãO PAULO. Müde und lustlos quälte sich Brasilien zu einem 2:1 (1:1)-Glückssieg über Uruguay und wurde vom eigenen Anhang ausgebuht. Dafür stellt Paraguay in der südamerikanischen Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 derzeit alles in den Schatten.

Die „Rot-Weißen“, die wegen ihrer schnörkellosen Spielweise im Subkontinent die „Deutschen Südamerikas“ genannt werden, zeigten beim 3:0 (2:0) in Chile tollen Fußball, erhöhten ihr Punktekonto auf zehn und sind nach dem 4. Spieltag Tabellenführer vor Argentinien (9), Brasilien und Kolumbien (je 8).

„Das gibt es sehr viel zu korrigieren“, räumte Brasiliens Weltstar Kaká mit nachdenklicher Miene ein. Denn trotz des Erfolges über den Erzrivalen wurde die „Seleção“ nach dem Abpfiff von Tausenden im mit 65 000 Fans ausverkauften Morumbi-Stadion von São Paulo gnadenlos ausgepfiffen. Während die meisten Stars wie Ronaldinho, Robinho und Kaká Totalausfälle waren, zeigten die tonangebenden „Urus“ offensiven Fußball. Einziges Manko: Sie vergaben zu viele Chancen - allein Sebastian Abreu traf (8. Minute). Dagegen machte Luis Fabiano, der brasilianische Mittelstürmer des FC Sevilla, aus eineinhalb Chancen zwei Tore (45./65.) und avancierte beim Favoriten zum Matchwinner.

Der Sieg des fünfmaligen Weltmeisters war auch nach einhelliger Experten-Meinung unverdient. „Das war eine Zitterpartie, bei einer Niederlage wären wir als Tabellensiebter in die sechsmonatige Quali- Pause gegangen“, sagte der brasilianische Starkommentator des Senders „Globo“, Galvao Bueno. Die Online-Ausgabe der Zeitung „Folha de Sao Paulo“ sprach von einer „sehr schlechten Leistung“ und erhob Luis Fabiano zum „Retter“. Dabei war der ob seines hitzigen Temperaments umstrittene Profi erst für den verletzten Afonso nachnominiert wurde.

Brasiliens Coach Carlos Dunga kritisierte derweil die Zuschauer. „Heute hat nicht alles geklappt, aber in São Paulo werden wir immer ausgepfiffen, egal wie wir spielen“. Als er Ronaldinho aus dem Spiel nahm (60.), musste sich Dunga gar „Esel, Esel“-Rufe aus dem Stadion-Rund anhören. Nach dem Siegtreffer, zu dem Hertha-Profi Gilberto mit einem misslungenen Torschuss ungewollt die Vorlage gab, schlug der Ex-Stuttgarter mit der Hand mehrfach auf das Dach der Auswechselbank.

Während die Fans in Argentinien noch über die 1:2-Niederlage in Kolumbien diskutieren und viele nach der ersten Schlappe bereits den Kopf von Trainer Alfio Basile fordern, herrscht in Paraguay eitel Sonnenschein. „Das war ein glänzender Erfolg“, jubelte die Zeitung „Ultima Hora“. Nach Kopfball-Vorlage des Dortmunders Nelson Valdez eröffnete Salvador Cabañas (23.) in Santiago de Chile den Torreigen. Mit zwei Kopfball-Treffern machte Paulo Silva (45./56.) alles klar für die Gäste. Nun blickt im kleinen Land alles auf das nächste Duell im Juni gegen Brasilien. „Lasst sie kommen“, riefen die Menschen in Asunción begeistert.

Das bisherige Schlusslicht Ecuador holte mit dem neuen Coach Sixto Vizuete in Quito durch ein 5:1 (3:0) über Peru seine ersten drei Punkte. Walter Ayoví (10./47.), Edison Méndez (43./61.) und Iván Kaviedes (26.) trafen. Für Peru, das zuvor noch ein 1:1 gegen Brasilien erkämpft hatte, war Andrés Mendoza (85.) erfolgreich.

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